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Coronavirus

iab: Nutzung redaktioneller Digitalmedien steigt um 400 Prozent an

iab austria / Christoph Breneis
Das iab austria sieht Branchen sehr unterschiedlich betroffen. Massives Reichweitenwachstum bietet hervorragende Werbemöglichkeiten. Antizyklische Werbung hilft der gesamten Wirtschaft und gehört zum guten Krisenmanagement.
Das iab austria sieht Branchen sehr unterschiedlich betroffen. Massives Reichweitenwachstum bietet hervorragende Werbemöglichkeiten. Antizyklische Werbung hilft der gesamten Wirtschaft und gehört zum guten Krisenmanagement.

Die Nutzung der heimischen Publishersites geht durch die Krisenmaßnahmen der Regierung laut iab austria "durch die Decke".

 Das iab nennt, nach einer Blitzumfrage bei heimischen Medienunternehmen, Zuwachsraten zwischen 300 und 400 Prozent. So verzeichne die Startseite von ORF.at aktuell rund neun Millionen Zugriffe pro Tag; das digitale ORF-Videoangebot werde 23 Millionen Minuten täglich genutzt. Ähnlich verhielten sich die Zahlen quer durch die heimische Medienlandschaft. In diesem Qualitätsumfeld steige die Wahrnehmung der Digitalwerbung massiv an, konstatiert das iab. Derzeit zeige sich deutlich, "dass die Menschen für verlässliche Nachrichten die Plattformen der US-Digitalgiganten verlassen und geprüfte Informationen auf seriösen Publisherportalen konsumieren".

iab-Präsident Markus Plank beurteilt die Situation folgendermaßen: "Es ist schwierig, ein einheitliches Bild vom Digitalwerbemarkt zu zeichnen. Es gibt Branchen wie den Online- und Lebensmittelhandel, die stark profitieren und gezielt den Werbedruck kurzfristig und sehr erfolgreich erhöhen. Anderen Branchen bricht aktuell, etwa durch die Streichung von Sportereignissen, die Geschäftsgrundlage weg. Definitiv ist nicht der Moment, um den Kopf in den Sand zu stecken, sondern seine Digitalstrategie anzupassen und Kommunikationspotenziale zu heben".

Antizyklische Werbung ist das Gebot der Stunde

Das Hilfspaket in Höhe von 38 Milliarden Euro der Bundesregierung gebe der Wirtschaft wieder Planungssicherheit und nehme den Menschen finanzielle Sorgen. Der Konsum werde in manchen Branchen sprunghaft steigen, prognostiziert Plank. "Antizyklische Werbung ist das Gebot der Stunde, um das COVID-19-bedingte Tal rasch wieder zu verlassen. Digitalwerbung bietet ein noch nie dagewesenes Umfeld dazu. Kluge Marketer blicken jetzt in die Zukunft und sehen Werbung zum richtigen Zeitpunkt als erfolgreiches Krisenmanagement." Die aktuelle Marktbeobachtung zeige, "dass sehr viele Unternehmen bereits die Chance erkennen und ihre Onlineangebote forcieren. Eine absolut richtige Entscheidung", so Plank. Der potenziell geringe Konkurrenzdruck ermögliche schnell handelnden Marketingentscheidern, die Präsenz und Wahrnehmung massiv zu steigern", zeigt sich der iab-Präsident überzeugt. Sympathiegewinnung, Imageaufbau, Kundenbindung und Neukundengewinn sind nur einige der Aspekte, die aktuell für hohen Werbedruck sprechen. Selbst in Urlaubszeiten werden Medien nicht so aktiv genutzt und haben die Menschen so viel Zeit, sich bewusst mit Inhalten auseinanderzusetzen.

"Es wird jetzt gekauft. Das zeigen die enormen Zuwachsraten der Onlinehändler oder auch Amazon, das in den Vereinigten Staaten gerade 100.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sucht. Das Spielfeld sollten österreichische Unternehmen jetzt nicht den internationalen Multis überlassen, und auch in der Werbung auf effizientes Krisenmanagement setzen. Die aktuelle Situation bietet enormes Potenzial, unter den Ersten zu sein, die bei der Rückkehr in die wirtschaftliche Normalität dabei sind", so Plank abschließend.
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