CoolOutlets: Start-up fordert Zalando
 

CoolOutlets: Start-up fordert Zalando

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Die Wiener Jungfirma will den österreichischen Einzelhandel mit einer neuen Plattform für Schnäppchenjäger gegen Zalando und Amazon helfen

Die Morawa Holding GmbH, Tubaron Ventures GmbH und eine Gruppe von österreichischen Business Angels glauben an die Marktchancen für das Wiener Start-up CoolOutlets, das Ende 2012 gestartet ist und seit März im Vollbetrieb steht. Sie investieren gemeinsam einen "hohen sechsstelligen Betrag" in die Jungfirma mit einem derzeit fünfköpfigen Team, das sich dem Online-Verkauf von Mode verschrieben hat. Unter www.cooloutlets.com findet sich ein Portal für Online-Shopper, denen 21 verschiedene Händler 30 virtuelle Boutiquen (darunter österreichische Designer wie Cachil, Sterngasse 4, Weiss, Ina Schulz, Adelsberger oder Casa Moda) bereitstellen. Kunden sollen so einfach exklusive Luxusmode zum Schnäppchenpreis im Internet bestellen können. Das Interesse ist da: Seit Jänner 2013 hat CoolOutlets eigenen Angaben mehr als 35.000 Zugriffe verbucht. Der Versand der bestellten Ware erfolgt übrigens direkt aus der Boutique per Post, der Rückversand ist gratis.

Einzelhandel stärken


Das Ziel von CoolOutlets: Man will den österreichischen Einzelhandel unterstützen. "Während große Onlineshops die Ware vom Hersteller beziehen, kommt das Produkt bei CoolOutlets direkt von der Boutique. Der Großteil des Gewinns kommt daher auch dem Einzelhandel zugute. Das sichert Arbeitsplätze in der Branche und generiert volkswirtschaftlich einen nachhaltigen Effekt", heißt seitens Gründer Johannes Meßner. Besonders in den Vordergrund stellt er die direkte Kontaktmöglichkeit zwischen Kunde und Boutique: "Wenn ein Kunde eine Frage zu einem Produkt hat, kontaktiert er direkt die Boutique über die Website. Dadurch wird sichergestellt, dass der Kunde die Informationen aus erster Hand, von einer Person die das Produkt auch wirklich vor sich hat, erhält. Bei Zalando und Co. wäre das undenkbar. Zalando lagert die Produkte in großen Lagerhallen und das Serviceteam kann daher keine zielgenauen Informationen geben."

Business-Modell Provisionen

CoolOutlets fungiert als "verlängerter Arm" der Händler, wie Gründer Johannes Meßner sagt. Seine Firma verdient am Verkauf der Mode per Provision (ein zweistelliger Prozentsatz) mit. Das Konzept sieht vor, die Ausverkaufsware der Partner online zu Schnäppchenpreisen verkaufen zu können, ohne selbst Einkauf und Logistik betreiben zu müssen. Pro Monat würden derzeit etwa 50 Stück verkauft werden, derzeit baut die kleine Firma die Zahl seiner Partner ständig in ganz Österreich aus. Bei Mode soll es nicht bleiben: Die Plattform könne viele andere Branchen, etwa aus dem Bereich "Living" (Einrichtung, Wohnen), holen - generell gehe es immer darum, dem Einzelhandel als Plattform zu dienen, da einzelne, kleine Online-Shops kaum Chancen am Markt hätten.
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