Content, Sprache und mehr Geeks
 

Content, Sprache und mehr Geeks

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Cloud Marketing wird immer mehr zur Realität - ein Update

Zum Thema Cloud Marketing diskutierten unter der Moderation von Christine Antlanger-Winter, Mindshare, Miki Devic, CEO httpool Deutschland, Stephan Kreissler, Leitung Digital MediaCom, Helmut Kosa, Pjure Gründer, nunmehr Isobar, Aegis Media und Milo Schaap, Business & Marketing Organisation, Microsoft.

Key Note
In der Key Note von Norm Johnston, Global Digital Leader Mindshare Worldwide, wurden die aktuellsten Trends von Cloud Marketing präsentiert und darüber hinaus zukunftsorientierte Ideen. So erzählte Johnston von dem neuen und erweiterten Leben von TV, "48 Prozent der Österreicher sind parallel zum Fernsehen auch Online, meist am Mobiltelefon", erklärt er.

Als Beispiel präsentierte Johnston die craftfoods kitchen sync. Hier passiert genau das, was seiner Meinung nach Zukunft ist: die enge Verknüpfung von TV und Online: Im TV läuft eine bekannte Kochshow, der Zuseher will genau dieses Rezept nachkochen. Über die Sync wird nun eruiert, welche Nahrungsmittel im Haushalt vorhanden sind, welche nötig sind für das Gericht - automatisch bestellt dann die Sync die fehlenden Nahrungsmittel, die dann gleich frei Haus geliefert werden. Natürlich ist der Hintergrund, dass diverse Unternehmen im Rahmen dieser Sync ein Werbeplätzchen finden, diese und ähnliche Devices überhaupt erfinden.

Als realistisches Beispiel zeigt Johnston eine App parking douche, die es ermöglicht, Parksünder online zu identifizieren und schließlich via Social Media anzuschwärzen, "the internet is all around you", lacht der Mindshare-Digital-Boss.

"3254 pieces of personal info go into the databases every day", informiert Johnston weiter und warnt, darauf zu achten, was man so ins Netz hineinstellt. "Das neue Marketing ist kein Zielschießen, sondern ein Ping Pong Spiel", ist eine weitere Aussage, die inzwischen altbekannt ist, "schnell, dynamisch, dialogorientiert".

Interessant findet Johnston auch die Kreativität der Nutzer von der "selbstgebastelten Pizza" (Domino-Pizza aus Australien) bis zu den Coca Cola Maschinen, die sämtliche Cola-Getränke mixen - ebenfalls eine Umsetzung, die auf Crowd Sourcing basieren.

Eine weitere Cloud Marketing Idee, die großes Gelächter auslöste: die Axe Alarm Clock, die zu vermehrter Nutzung von Axe anregen soll. Wie? Nun, hübsche Mädels übernehmen den täglichen Weckdienst, am ersten Tag noch auf distanziert professionelle Art, bei braver Verwendung des Produktes wird die Ansprache immer persönlicher und sexier, bei Nichtverwendung ist das Mädel enttäuscht und schmollt. Sehr schräg.

Diskussion
In der Diskussion treten folgende Ergebnisse zu Tage: Devic stellt fest, dass "es für eine zielführende Entwicklung aus den Möglichkeiten der Technologie heraus noch mehr Geeks - sprich Technologie-Freaks mit kreativen Ideen - in den Unternehmen braucht". Devic verspricht sich eine effizientere Kommunikation von neuen Technologien und meint "haben wir etwas Geduld, wir sind noch am Anfang des Weges".

Stephan Kreissler bringt die Dinge auf den Boden: "Der Kunde möchte Probleme gelöst, schnell und jetzt, und wir als Mediaagentur müssen neue Entwicklungen im Blick haben, aber sollten uns auch besinnen auf das, was schon passiert ist". Kreissler meint einmal mehr, dass die verständliche Sprache ein Schlüssel bleibt. Er bringt ein paar erfolgreiche MediaCom-Umsetzungen von der Kombination aus Ambient und Social Media für Ikea (Sofas im MQ) bis zu den Hasbro Office Wars. "Märkte sind Gespräche, die in menschlicher Sprache stattfinden müssen und Content bleibt King - guter Content wird auch weiterverbreitet", so der Online-Profi.

Pjure-Gründer Helmut Kosa erkennt im Smartphone das "Schweizer Messer der Kommunikation", das gute Tools und die richtigen Inhalte benötige. Die Vorreiter im Land für innovative Neuerungen sind für Kosa der Handel, Nachzügler seien seiner Meinung nach die Banken.

Schaad von Microsoft spricht zuletzt über Marketer, die sich auf neue Rahmenbedingeungen einstellen müssen, dafür brauche es zunächst die richtigen Mitarbeiter, die den Endkonsumenten auf die richtige Art anzusprechen wissen". Und, um die Datenexplosion zu handeln brauche es einmal mehr "mehr Geeks", meint auch er.
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