Coke: Kampf gegen Web-Witzbolde
 

Coke: Kampf gegen Web-Witzbolde

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"Trink `ne Coke mit ...": Im Internet können Nutzer diesen Satz vervollständigen. Doch anstatt brav Namen von Freunden einzufüllen, wollen viele Schimpfwörter oder andere kontroverse Wörter auf die virtuelle Flasche schreiben.

"Rum", "Stalin" oder "Gift" - versucht man, einen dieser Begriffe auf der neuen Kampagnen-Seite von Coca-Cola auf die Flasche zu schreiben, wird man enttäuscht. Denn dann schüttelt sich die angezeigte Cola-Flasche nur und gibt so zu verstehen, dass man lieber ein "sauberes" Wort - am besten den Namen eines Freundes - ausprobieren sollte. Denn die Online-Kampagne soll schließlich "Menschen zusammenbringen und ein positives Lebensgefühl vermitteln", heißt es seitens des Getränkeherstellers. Da sind Witzbolde, die die Werbung entfremden, nicht erwünscht.

Auch Konkurrenten sind verboten

Deswegen hat Coca-Cola eine so genannte Blacklist angelegt, auf der alle Begriffe stehen, die abgelehnt werden. Diese Liste, die auf dieser Webseite einsehbar ist, ist eine riesige Ansammlung an Schimpfwörtern, historisch und politisch negativ belegten Begriffen und anderen Anstößigkeiten, die aus der heilen Coke-Welt verbannt worden sind. Auch Namen wie "Breivik", "Charles Manson" oder "Ceausescu" will man nicht auf die Cola-Flaschen lassen. Zusätzlich haben die Kampagnen-Betreiber auch dafür gesorgt, das Konkurrenten wie "Pepsi", "Red Bull" oder "Dr. Pepper" nicht erwähnt werden dürfen. Die Zensur geht sogar so weit, dass man nicht einmal "Zucker", "Atheist" oder "Kapitalismus" schreiben darf.

Angst vor geteilten Späßen

Dass Coca-Cola von den Nutzern auf keinen Fall in Bezug zu einem irgendwie negativ belegten Wort gestellt werden will, ist aber auch klar. Denn die Online-Kampagne baut stark auf Social Media, insbesondere Facebook. Nutzer können ein Bild der Flasche mit dem selbst gewählten Wort für ihre Facebook-Freunde veröffentlichen. Weil die Marketing-Verantwortlichen offenbar wissen, wie Nutzer-Kampagnen im Internet oft gekapert werden, wollen sie dem mit der Blacklist einen Riegel vorschieben. Eine kleine Lücke gibt es aber noch: Im Schnell-Check ging das Wörtchen "Schnapps" noch durch den Filter.
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