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Social Media: 100 Tage Regierung im Zeichen von #COVID19

Andy Wenzel

Seit 100 Tagen ist die türkis-grüne Regierung im Amt. Die Social Media-Marktforscher von BuzzValue haben die Auftritte der Regierungsmannschaft und deren Ministerien auf Facebook & Co genau unter die Lupe genommen und speziell deren Krisenkommunikation zu COVID-19 analysiert.

Die sozialen Medien haben sich dank ihrer hohen Reichweiten zu einem wichtigen Schlüsselkanal der österreichischen Politik entwickelt. So werden Facebook, Twitter und Co auch von der neuen Bundesregierung umfangreich genutzt, ganz besonders während der Coronakrise.

Kurz mit den meisten Interaktionen

Seit der Angelobung am 07.Jänner hat die österreichische Bundesregierung insgesamt rund 5.600 Beiträge und Posts auf ihren offiziellen Social Media-Seiten veröffentlicht. Die höchste User-Interaktion (2,5 Mio.) erzielt dabei Bundeskanzler Sebastian Kurz: Er erreicht allein auf Facebook die Hälfte aller Likes, Shares und Kommentare. Andere Regierungsmitglieder liegen deutlich dahinter. So verzeichnet Gesundheitsminister Rudolf Anschober auf seinen Kanälen lediglich 171.900 Interaktionen. Justizministerin Alma Zadic (170.100 Interaktionen) platziert sich auf dem dritten Platz im Interaktionsranking. Speziell ihre Beiträge zur Angelobung polarisieren am stärksten. „Facebook stellt aufgrund der hohen Reichweite die wichtigste Plattform für die aktive Kommunikation der Regierung dar. Selbst ohne hohen Budgeteinsatz wird ein großer Teil der Bevölkerung erreicht. So haben die österreichischen Ministerinnen und Minister in den ersten 100 Tagen kaum in Facebook-Ads investiert“, erläutert Markus Zimmer, Geschäftsführer von BuzzValue.
Buzzvalue

Sachliche Inhalte schaffen Sicherheit

Besonders seit Verkündung der Maßnahmen zu COVID-19 ist die Postingfrequenz und Interaktion der österreichischen Bundesregierung stark angestiegen. Seither wurden knapp 3.000 Beiträge von den Ministerinnen und Ministern auf Facebook, Twitter und Instagram veröffentlicht, wobei sich über 75% auf das Coronavirus beziehen. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (611 Posts) und Vizekanzler Werner Kogler (476 Posts) sind die stärksten Kommunikatoren in der Krise. „Unsere Analyse zeigt, dass sich die sozialen Medien als Schlüsselkanal in der Krisenkommunikation rund um COVID-19 etabliert haben“, weiß Zimmer. Dabei versuchen Kurz, Kogler und Co vor allem sachliche Informationen weiterzugeben, um bei der Bevölkerung Klarheit und Sicherheit zu schaffen. „Die Regierungsmitglieder sind bemüht, sachlich über die derzeitige Lage und die gesetzten Maßnahmen zu informieren und aufzuklären. Dies ist besonders auch wegen der zahlreich kursierenden Gerüchte und Fake News rund um das Coronavirus von großer Wichtigkeit“, ergänzt Zimmer.

Auch Ministerien im Social Web aktiv

Auch die meisten Ministerien sind auf eigenen Social Media-Seiten aktiv und posten mehrmals täglich zum aktuellen politischen Geschehen. Gemeinsam generieren sie so allein auf Facebook knapp 1 Mio. Likes, Shares und Kommentare. Einzig das Ministerium für Arbeit, Familie und Jugend verzichtet bisher gänzlich auf einen eigenständigen Auftritt, legt den Fokus auf die Social Media-Präsenz von Ministerin Christine Aschbacher. „Grundsätzlich sind zwei Strategien zu erkennen. Entweder stehen die Politiker selbst oder die jeweiligen Ministerien als Kommunikatoren im Vordergrund. Generell ist die Krisenkommunikation der Bundesregierung in den sozialen Medien gut koordiniert und zwischen den einzelnen Ministerien und den zuständigen Politikerinnen und Politikern klar verteilt“, schließt der Social Media-Marktforscher ab.

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