#besafeonline: EU-Projekt fordert mehr Schutz...
 
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EU-Projekt fordert mehr Schutz für Jugendliche bei sexueller Belästigung im Netz

Screenshot / www.sos-kinderdorf.at
Kinder und Jugendliche sollen im Zuge des #besafeonline Projekts "befähigt und unterstützt werden, sich selbst und Gleichaltrige vor Online-Belästigung und sexueller Gewalt zu schützen und darauf zu reagieren".
Kinder und Jugendliche sollen im Zuge des #besafeonline Projekts "befähigt und unterstützt werden, sich selbst und Gleichaltrige vor Online-Belästigung und sexueller Gewalt zu schützen und darauf zu reagieren".

Junge Menschen würden im Umgang mit sexueller Gewalt häufig auf "Hürden und Unverständnis" stoßen.

Das geht aus einer Analyse im Rahmen des EU-Projekts #besafeonline, das sich für die Schaffung eines kinderfreundlichen digitalen Raums einsetzt, hervor. Das Projekt wird umgesetzt von SOS-Kinderdorf, Rat auf Draht und dem Österreichischen Institut für angewandte Telekommunikation / Saferinternet.at. Matthias Jax von Saferinternet.at hat mit seinem Team rund 600 anonyme Beratungsprotokolle von Rat auf Draht ausgewertet.

Das Ergebnis: "Immer wieder" seien es die gleichen Hürden, auf die Kinder und Jugendliche stoßen, die mit sexueller Belästigung im Netz konfrontiert werden. "Die Probleme sind teils technischer Natur, etwa wenn es sich als schwierig erweist, Fake-Konten, von denen Belästigung ausgeht, löschen zu lassen. Des Weiteren stehen Betroffene vor rechtlichen Hürden, wenn es darum geht, strafbares Verhalten zu verfolgen, und vor sozialen Hürden wie Gruppendruck und Schamgefühl", erklärt Jax. Ein großes Problem sei auch, dass sich Jugendliche oft zu spät Hilfe suchen. "Eltern, Lehrern und der Polizei fehlt es oft an notwendigem Wissen, um die jungen Menschen bei ihren Erfahrungen im Netz unterstützend zu begleiten".

Vielfältige Formen von Belästigung

Bereits 2018 hat eine von SOS-Kinderdorf beauftragte Studie gezeigt, dass fast 30 Prozent aller Kinder und Jugendlichen von sexueller Gewalt im Internet betroffen sind. Sexuelle Belästigung im Internet kennt laut Marlena Koppendorfer, psychologische Beraterin bei Rat auf Draht, viele Formen: "Jugendliche, die sich bei uns melden, berichten von anzüglichen Fragen, Links zu Pornoseiten oder auch von sexuellen Beschimpfungen. In rund einem Drittel der Beratungen zum Thema digitale Medien haben Jugendliche Fragen zum Umgang mit Nacktfotos". Dabei sei wichtig festzuhalten, dass es häufig zu einer Täter-Opfer-Umkehr kommt, also den Opfern anstatt den Täter die Schuld zugeschrieben wird.

"Kinder und Jugendliche, die im Internet mit sexueller Gewalt konfrontiert sind, werden mit ihren Problemen viel zu oft alleine gelassen", sagt Katrin Grabner, Kinderrechtsexpertin bei SOS-Kinderdorf. "Die Seitenbetreiber sind gefordert, Belästiger effektiver zu blockieren und Lösch- und Meldemöglichkeiten zu verbessern", so Grabner. Außerdem sei eine effektivere Strafverfolgung von sexueller Belästigung Minderjähriger über digitale Medien dringend notwendig: "Es braucht eine rechtliche Handhabe gegen das unerwünschte Zusenden von Dick Pics und die Verbreitung intimer Fotos."
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