Bericht: Bußgelder wegen Datenschutzverletzun...
 

Bericht: Bußgelder wegen Datenschutzverletzungen betrugen 2019 in Europa über 400 Millionen Euro

Grecaud Paul/Fotolia
Im Mai 2018 tritt die DSGVO europaweit in Kraft.
Im Mai 2018 tritt die DSGVO europaweit in Kraft.

Letztes Jahr sollen die Datenschutzbehörden im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) 190 Bußgelder mit Gesamtkosten von über 410 Millionen Euro verhängt haben. Das berichtet die Federazione Italiana Privacy Federprivacy.

Laut dem Bericht war Italien mit 30 Maßnahmen die aktivste Datenschutzbehörde im Jahr 2019, gefolgt von Spanien mit 28 und Rumänien mit 20. Besonderts strikt war demnach das Vereinigte Königreich mit 312 Millionen Euro an Sanktionen, sprich 76 Prozent der Gesamtsumme. Die am häufigsten geahndeten Verstöße sind: unrechtmäßige Verwendung personenbezogener Daten (44%), mangelnde Sicherheit (18%), fehlende oder unzureichende Informationen (9%), mangelnde Achtung der Rechte der beteiligten Personen (13%) und Computerunfälle oder andere Datenschutzverletzungen (9%).

In einigen wenigen Ländern, darunter Irland und Luxemburg, wurden laut dem Bericht keine Sanktionen verhängt. Die Mehrheit der ausländischen Unternehmen, die in großem Umfang personenbezogene Daten verarbeiten, hat in diesen Ländern eine europäische Hauptgeschäftsstelle. Nicola Bernardi, Vorsitzender von Federprivacy, konstatiert eine Doppelmoral bei der Verhängung von Sanktionen zwischen den Behörden: "Im Vereinigten Königreich beispielsweise wurden British Airways und Marriot bereits mit hohen Geldstrafen belegt, während in Irland noch keine Sanktionen verhängt wurden, obwohl es hierzulande große Technologiekonzerne gibt. Wir hoffen, dass dieses 'One-Stop-Shop'-System nicht ungerechtfertigterweise Unternehmen wie Facebook, Twitter, Amazon und Google begünstigt. Wir warten auf das Ergebnis von 19 verschiedenen Untersuchungen in Irland."

stats