AustrianStartups: "Für mehr Gründerland in Ös...
 

AustrianStartups: "Für mehr Gründerland in Österreich"

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Gastkommentar: Christoph Jeschke von der Initiative AustrianStartups berichtet über seine Erfahrungen von seiner Reise mit Außenminister Sebastian Kurz ins Silicon Valley zu Facebook, Google und Co.

Sebastian Kurz hat das Thema „Start-up“ für sich entdeckt: Vergangene Woche besuchte der österreichische Außenminister San Francisco und das Silicon Valley, bekannter Weise das Mekka der internationalen Start-up-Szene. Begleitet wurde er von einer Delegation der österreichischen Start-up-Community, die das Außenministerium repräsentativ ausgewählt hat. Die Idee für den Trip entstand bei einem Treffen zwischen österreichischen Start-ups und Kurz im März. Erklärtes Ziel der Reise war es, so viel vom im globalen Vergleich am besten funktionierenden Start-up-Ökosystem zu lernen und so viel Inspiration und Erfahrung davon mit zurück nach Österreich zu nehmen. Das dreitägige Programm war das „Silicon Valley im Espresso-Format“. Auf der Agenda standen Besuche bei Unternehmen und Organisationen wie 500 Startups, Facebook, Google oder Tesla, Meetings mit Investoren, VCs und Start-ups sowie Exkurse nach Stanford, zur NASA, Singularity University und Impact Hub Bay Area. Was aber ist die Essenz des Silicon Valleys? Was macht diesen Ort so einzigartig für Start-ups? Unter dem Eindruck der zahlreichen Meetings an der Westküste und den darauf folgenden Gesprächen mit unserer Delegation haben sich für mich vor allem zwei Learnings herauskristallisiert:
  1. Hoher Professionalisierungsgrad

Die Start-up-Community im Valley ist hoch professionell: die Unternehmer machen sich ihr Business ganz zu eigen, wollen ihre Idee umsetzen und Geld verdienen. Sie können sich (besser als die Europäer) verkaufen, konzentrieren sich auf ihre Produkte beziehungsweise Umsätze und darauf, eine User-Base zu generieren. ‚Exit’, also der Mehrheitsverkauf der Firmenanteile, ist nicht ein Wunsch, sondern eine strategische Option, die als notwendiger Schritt für ein funktionierendes Ökosystem gesehen wird.
  1. Kreativität ohne Grenzen

In jedem Meeting bemerkt man eine besondere Offenheit und Hilfsbereitschaft. Es herrscht eine Kultur des Tuns und Teilens und nicht des Raunzens oder Verurteilens. Potenziale können ausgeschöpft werden, freies Denken ist gewollt (beispielsweise an der Singularity University), Visionen werden weiterentwickelt (etwa bei Tesla und Spire Global Inc.). Man bekommt den Eindruck, dass Unternehmer nur durch ihre eigene Kreativität begrenzt werden, nicht aber durch externe Faktoren wie etwa mangelhaft verfügbares Risikokapital. Die drei Tage waren intensiv. Selbst „alte Hasen“ trafen auf viel für sie Neues und Spannendes. Natürlich ist nicht alles 1:1 in Österreich anwendbar. Wir müssen unser eigenes Profil schärfen, unsere eigenen Wege gehen. Für mich ist aber vor allem das politische Signal dieser Reise bemerkenswert. Durch diese Initiative von Außenminister Sebastian Kurz findet das Thema „Start-ups“ Eingang auf höchster politischer Ebene – übrigens eine Entwicklung, die in Deutschland schon vor Jahren stattgefunden hat. Man darf sich für die kommenden Jahre mehr Bewegung beim Schaffen besserer Rahmenbedingungen für Start-ups erwarten. Übrigens wird für nächstes Jahr bereits eine größer angelegte Reise zu einem weiteren Start-up-Hotspot angedacht.
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