Austria Video Plattform: So gehts jetzt weite...
 

Austria Video Plattform: So gehts jetzt weiter

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Die meisten Abrufe auf der Austria Video Plattform hatte bisher ein Chronik-Video eines in Oberösterreich in einen Straßengraben gerutschten Reisebusses.
Die meisten Abrufe auf der Austria Video Plattform hatte bisher ein Chronik-Video eines in Oberösterreich in einen Straßengraben gerutschten Reisebusses.

Mit Jahresbeginn ging die Videoaustauschplattform in den Vollbetrieb. Ziel ist es, in einem Jahr ausgeglichen zu bilanzieren und weitere Contentlieferanten zu gewinnen.

Dieser Artikel erschien auch in der HORIZONT-Printausgabe 01-02/2017 vom 13. Jänner. Hier geht's zum Abo.

Seit zwei Wochen ist die Austria Video Plattform (AVP) im Echtbetrieb. Idee der Plattform: Inhaltelieferanten stellen Videos zur Verfügung, die Zeitungen auf ihren Webseiten nutzen können. Wir erinnern uns: Lange stockte der Fortschritt der AVP, da die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) die Kooperation zwischen dem ORF und dem VÖZ kritisch sah. Schritte vorwärts gab es dann, als die APA die Federführung des Projekts übernommen hatte. Kritik hagelte es aber von Privatsendern: PULS 4, ATV und ServusTV erklärten bereits im Herbst, keine Videos liefern zu wollen (HORIZONT berichtete). Als Grund wurde unter anderem genannt, dass kein anderer Sender als der ORF die geforderte Fülle an Videos pro Tag liefern könne.

Neben dem ORF als einziger TV-Sender hat sich nun autotouring.at zu den Content-Providern gesellt, die Liste der Bezieher hingegen ist bereits fast vollständig. Fast. So findet sich etwa die Kronen Zeitung nicht in der Liste. "Wir setzen auf eigene Videos und nicht auf Einheitsbrei", so Gerhard Riedler, Geschäftsführer Krone Multimedia, im September gegenüber HORIZONT. APA-Geschäftsführer Clemens Pig betont hingegen, dass man weiterhin mit allen Medienhäusern im Gespräch sei - demnach wohl auch mit der Kronen Zeitung.

Gespräche mit Privatsendern?

Für Pig geht es nach dem Start der Plattform nun auch um messbare Ziele. "Um eine aussagekräftige Bilanz des Projekts Austria Video Plattform ziehen zu können, ist ein Betrieb von 14 Tagen natürlich zu wenig. Tatsache ist, dass wir unterschiedliche Content-Bezieher zum Startzeitpunkt auf der Plattform vereinen konnten - und das ist sehr positiv", sagt Pig. "Wichtig sind uns die Breite und auch der Mix des Angebots. Dafür streben wir nationale wie auch regionale Medienhäuser als Content-Provider an." Der APA-Chef will auch noch einmal bei den Privatsendern anklopfen. "Für den Beginn war es wichtig, den ORF zu gewinnen, da dieser laufend eine für die Werbewirtschaft 'kritische Menge' an Video-Content zur Verfügung stellen kann", sagt Pig. Laut ihm gebe es aber "selbstverständlich" weiterhin Bestrebungen, die Privatsender doch noch an Bord zu holen.

Abrufrekord für Chronik-Video

Der ORF hat in die AVP bisher fast 500 Newsclips eingespielt (Stand: 8. Jänner) und stellt der Plattform ausschließlich eigenproduzierte Nachrichtenbeiträge zur Verfügung. Der Video-Content ist dort ebenso lange wie in der ORF TVthek selbst verfügbar - derzeit sind das sieben Tage. Auch die Bezieher können diesen Video-Content auf ihren Online-Portalen ausschließlich in diesem Zeitraum verwenden. Jährlich sollen vom ORF bis zu 40.000 Nachrichtenbeiträge zur Verfügung gestellt werden. Auf die Frage, ob der ORF auch ungesendetes Material bereitstellen wird, sagt Pig: "Zum derzeitigen Zeitpunkt ist das nicht geplant. Es geht primär um die aktuelle Berichterstattung." Die meisten Abrufe hatte bisher ein Chronik-Video eines in Oberösterreich in einen Straßengraben gerutschten Reisebusses.

Erlösteilung: 50 zu 50

Der Video-Content wird zentral von der APA mit externen Partnern vermarktet. Finanziert werden soll die AVP im Wesentlichen durch Erlöse aus Onlinewerbung. "Die Vermarktung erfolgt über eine real-time-bidding-Plattform. Der Floorpreis (TKP) liegt bei 35 Euro", so Pig. Das Modell basiert auf einer Erlösteilung von 50 zu 50 von den Werbeerlösen nach Abzug der Betriebskosten. "Unser Ziel ist es, in einem Jahr ausgeglichen zu bilanzieren." Als Ziele für 2017 nennt der APA-Chef die Integration von Video-Content auf Online-Portalen und die Akquise von Content-Beziehern und Inventar-Providern. Damit soll sich dann auch der ökonomische Erfolg einstellen.
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