Apple News: Content-Krieg gegen Google und Fa...
 

Apple News: Content-Krieg gegen Google und Facebook

#

Der iPhone-Konzern will mit einer neuen App das mobile Lesen von Artikeln verbessern und sucht die Partnerschaft zu Verlagen weltweit - Condé Nast und "New York Times" kooperieren

Apple hat sich eigentlich schon seit dem Start des iPad 2010 auf die Fahnen geschrieben, Verlagen einen neuartigen Distributionskanal für ihre Inhalte zu bieten. Wirklich gefruchtet hat das bis dato nicht, und die Erlöse vieler digitaler Zeitungen und Magazine sind hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Auf seiner Entwickler-Konferenz WWDC in San Francisco hat Apple nun die neue App "News" präsentiert, die als "All in One"-Anwendung für journalistische Inhalte auf iPhone und iPad dienen soll.

Apple hat seit 2011 digitale Zeitungen und Magazine in der App "Zeitungskiosk" (a.k.a. "Newsstand") verkauft, die aber nie wirklich abgehoben ist. Sie wird nun aufgelöst und durch "News" ersetzt - eine App, die stark an das personalisierbare Flipboard erinnert. Artikel können in ansprechender Weise aufbereitet werden, Leser können einzelnen Titeln nach dem Twitter-Prinzip folgen. Zum Start im Herbst in den Ländern USA, Großbritannien und Australien hat Apple rund 20 Medienhäuser als Partner gewonnen, die rund 50 Titel in der App anbieten werden, darunter The Economist, Condé Nast (u.a. "The New Yorker"), ESPN, The New York Times, Hearst, Time Inc., CNN und Bloomberg.

Verlage, die sich für eine Aufnahme in Apple News interessieren, können sich unter  www.icloud.com/newspublisher anmelden. Ihre Inhalte werden übrigens über das alte RSS-Format in die App ausgespielt - jene Technologie, der Google vor einigen Jahren zugunsten vom mittlerweile umstrukturierten Facebook-Konkurrenten Google+ abschwor.

iPhone als Content-Plattform


Dass Apple sein Content-Geschäft stärken will, ist nicht überraschend. Google befindet sich vor allem in Europa unter dem Beschuss von Verlagen und Politik, da kann sich Apple geschickt als umsatzbringender Partner positionieren. Der Konzern schießt bewusst gegen Google und betont auch bei der News-App, dass man keine persönlichen Daten sammle. Auch Facebook oder Snapchat sind scharf auf Content: Das Social Network bietet Verlagen auch in Europa seine "Instant Articles" an, die vor allem in seiner Mobile-App ein besonders gutes Leseerlebnis bieten sollen, Snapchat hat sich in seinem "Discover"-Programm mit einer Reihe von Medien verbündet.

Ob Apple News einschlagen wird, bleibt abzuwarten. Funktionieren wird es ab dem iPhone 4S und iPad 2 in Verbindung mit der im Herbst startenden Betriebssystemversion iOS 9. Unklar ist noch, wie Leser für die Inhalte zahlen werden - möglich wäre, dass man nicht nur Abos abschließen, sondern auch einzelne Artikel kaufen kann. Apple News bedeutet auch einen gewissen Kontrollverlust: Wenn der Content in der dazulernenden App ausgespielt wird, entscheiden auch Apples Algorithmen, welche Inhalte dem Leser empfohlen werden.
stats