Anstöße, die weite Kreise ziehen
 

Anstöße, die weite Kreise ziehen

Vor einem Jahr gründeten Michael Straberger und Peter Rauch die Agentur straberger conversations als Spezialist für Vertriebsmarketing mit Fokus auf die Kundenbeziehung – eine Standortbestimmung.

Erschienen in HORIZONT 06-2012 am 10. Februar 2012. 

Ein erster Geburtstag steht an: Vor einem Jahr, Ende Februar 2011, meldete Michael Straberger, trotz Junger Jahre (Jahrgang 1964) eine der profiliertesten und engagiertesten Persönlichkeiten in der österreichischen Kommunikationsbranche, gemeinsam mit Partner Peter Rauch die Gründung seiner "straberger conversations gmbh" als "Agentur für die Entwicklung kreativer Dialogwelten". 

Ein knappes halbes Jahr später im Herbst stiess mit Ben Ruschin, studierter Marketer, der sich nach Stationen im Bank-Marketing und bei IBM davor beim Online-Enabler Yassu profilierte, zu conversations und komplettiert seitdem als "Digital Head" die dreiköpfige Geschäftsleitung vulgo Board der Agentur. Zum Jahreswechsel bezog das mittlerweile achtköpfige Team in der Mariahilferstrasse in Wien (gleich neben den Hot-Spot "Lutz Bar") ein 400 Quadratmeter Büro. 

Wofür steht conversations? 
"Wir wollten uns natürlich schon mit der Namensgebung abheben. Es war uns bei Gründung vor einem Jahr ganz wichtig, dass bereits im Namen der Agentur etwas drinnensteckt, was wir auch tun", erinnert sich Peter Rauch. "So umfangreich im Sinne von Full-Service, und, aus unserer Sicht, so Dialog- und vertriebsgetrieben wie möglich. Wir sind dann auf das Wort conversations im Englischen gestossen, weil es sehr gut den neuen digitalen Trend einfängt: Man redet nicht nur im klassischen Zweikanal wie im Direktmarketing - also man schickt etwas aus mit Responseelement und kriegt hoffentlich eine Antwort und ich schicke wieder etwas aus - sondern es geht weiter, es zieht Kreise, wie bei einem Stein, der ins Wasser geworfen wird: Die entstehenden Kreise verbinden sich mit anderen, und deshalb conversations, weil es nicht nur einen Anstoss bei einem Empfänger gibt, sondern der wieder andere anstösst und die wieder andere und so weiter und das alles kommt wieder zu mir als Kunde zurück." 

Das wäre in der Anfangsphase durchaus erklärungsbedürftig gewesen, berichtet Straberger: "conversations ist ein Begriff, der im deutschsprachigen Raum noch nicht im Marketing verankert ist - oder, besser gesagt, war. Vielen geht mit auch ein Licht auf, dass in diesem Wort mehr drinsteckt, als nur zu bezeichnen wo wir herkommen - Direkt-Marketing beziehungsweise Dialogmarketing - sondern eine neue Dimension mittransportiert wird. Also hatten wir bisher durchweg positive Reaktionen. Aber natürlich mag meine Vergangenheit in der Branche beim Einordnen dessen, was conversations sein soll, eine Hilfestellung sein. Sowohl ich als auch Peter Rauch sind ja seit Jahren im Bereich Kundenbeziehungsmarketing bekannt," und Benjamin Ruschin, Nachsatz, gewinnt mit seinem Engagement und Expertise in der Agentur und auf der Marketing-Natives-Plattform rasch Profil. 

Therme Wien, BUWOG, OBI 
Die Begleitung der neuen Therme Wien (vormals Therme Oberlaa) bei Start ab Herbst 2010, das interaktive Konzept für den Wohnbauträger BUWOG und eine Kampagne, die gerade für die Baumarktkette OBI gelauncht wird, sind neben anderen die Aushängeschilder der conversations-Arbeit: "Was für diese Beispiele gilt", erläutert Straberger, "dass die Auftraggeber auf uns zugekommen sind, weil sie uns als Spezialisten im Bereich Kundenbeziehungsmanagement sozusagen fokussiert gesucht haben. Das ist in drei Viertel der Fälle so, dass Auftraggeber zu uns kommen und ganz ohne Wettbewerbspräsentation mit uns Kundenbeziehungskonstellationen entweder hinterfragen, analysieren oder ganz neu aufsetzen wollen. Darüber hinausgehend wächst das oft in andere, zusätzliche Bereiche. Aber Kundenbeziehungsmanagement ist der eigentliche Zugang der Kunden zu uns." 

Denn die drei Projekte würde die Arbeitsweise wie Aufgabenstellung der conversations im Unterschied zu klassischen Full-Service Agenturen gut, beschreiben Rauch und Ruschin: "Nämlich dass der Kunde nicht genau wusste, wie er das Thema Dialog und Kundenbeziehung am besten auf die Straße bringt. Es gab Daten oder Ideen, aber man wusste nicht wie. Die Therme Wien, beispielsweise, für die wir dann auch ganz klassische Werbung gemacht haben, wollte ein Dialogkonzept. Es ging vor allem darum, aus den bestehenden Kundendaten mehr zu machen - und aus der Diskussion darüber, was man wie tun kann und darf, hat sich Aufgabenstellung auch CD, Website und die klassische Kampagne erweitert. Aber an Anfang stand die Frage ,Wie schaffen wir es, einen Dialog mit unseren Kunden aufzubauen?'. Daraus hat sich dann die klassische Kampagne abgeleitet, die zwar sehr emotional und bildhaft wirkt, aber konzeptionell die Analyse der Kundendaten als Grundlage hatte. Ein Beispiel: Wir haben analysiert, woher die Kunden der alten Therme Oberlaa gekommen sind und wo die neuen Zielgruppen der nunmehrigen Therme Wien sind und daraus beispielsweise die Plakatbelegung abgeleitet". 

Drei Generationen Erfahrungsschatz 
Michael Straberger, seit gut 20 Jahren in der Kommunikationsbranche, profilierte sich als Gründer der "direct´n´more" in den ausgehenden 90er Jahren (mit Sitz in der Wiener Mariahilferstrasse gar nicht weit weg von der nunmehrigen conversations Adresse), Fusionierte mit der Publicis Group Austria und sammelte Erfahrung in einem internationalen Agenturnetzwerk um in den letzten Jahren mit seiner mstrust Beteiligungspläne zu realisieren - und profilierte sich als Präsident des DMVÖ (mittlerweile Vizepräsident) und engagierte sich als Präsident des Werberat. 

Partner Peter Rauch war Jahre bei der DM-Division der AHA red cell, der 141 und betreute dort Kunden wie ING Di Ba, OBI oder Mercedes Benz. Danach führten ihn weitere Stationen über pjure und Wirz zu Michael Straberger. Rauch ist Gastlektor am Lehrgang Werbung & Verkauf an der Wirtschaftsuniversität Wien und war Lektor am Publizistikinstitut der Uni Wien und der FH St. Pölten. 

Benjamin Ruschin schließlich wurde von Straberger und Rauch als Digital Head und "Board Member" in die conversations geholt, als Straberger das Talent im Rahmen der Plattform "Marketing Natives" des DMVÖ entdeckte, die mittlerweile 500 Mitglieder zählt. 
Aus dieser Alters- und Erfahrungskonstellation entstand auch der auf der conversations-Homepage nachzulesende Satz "Drei Generationen für Erfahrung und Innovation" - bei elf beziehungsweise 22 Jahre Altersunterschied zu seinen beiden Partner, erläutert Straberger, könne angesichts der rasanten Entwicklung in der Dialog- und Digitalwalt durchaus von "Generation" gesprochen werden. 

Wie dieses Zusammenspiel funktioniert, wird ein in Vorbereitung befindliches Projekt zeigen: Mit NFC-Technologie (Near Field Communication") entwickelt conversations laut Ruschin für einen Neukunden ein Kundenbeziehungsprogramm der neuen "Social NFC" Generation: Social Media, Location-based-Services und Mobile-Marketing werden dabei auf innovativem Weg fusioniert. Wie das in der Praxis funktioniert, soll in Kürze bekanntgegeben werden. 
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