Ägypten sperrt Website der Deutschen Welle
 

Ägypten sperrt Website der Deutschen Welle

qantara.de

Die ägyptische Regierung hat eine Website der Deutschen Welle gesperrt, die über den Islam und die islamische Welt berichtet. Bereits über 130 Websites sind in Ägypten inzwischen geblocked, der Vorwurf lautet oft auf Unterstützung von Terror und Extremismus.

Für deutschsprachige Expats gilt die Deutsche Welle seit Jahrzehnten als verlässliche Nachrichtenquelle im Ausland, nun wurde in Ägypten ein Internetauftritt des Medienhauses, der dort unter der URL Qantara.de betrieben wird, gesperrt.

Qantara (deutsch: „Brücke“) berichtet auf Deutsch, Englisch und Arabisch über den Islam und die islamische Welt und sieht sich als Dialogportal und wichtige Säule der Kulturpolitik Deutschlands. Die Website wird neben der Deutschen Welle auch vom Goethe-Institut, dem Institut für Auslandsbeziehungen (Ifa) und der Bundeszentrale für Politische Bildung (BPB) und seit 14 Jahren vom Auswärtigen Amt gefördert.

Schon über 130 Websites gesperrt

Die Sperrung der Website durch die Regierung sei "offensichtlich Teil einer fortgesetzten Kampagne gegen die Presse- und Meinungsfreiheit", sagt DW-Sprecher Christoph Jumpelt. Er fordert die ägyptischen Behörden auf, die Seite unverzüglich wieder freizuschalten.

Bereits Ende Mai hatte Ägypten etliche Internetseiten gesperrt. Dazu gehören die Auftritte des von Katar finanzierten Nachrichtenkanals Al-Jazeera, die arabische Version der Huffington Post sowie die unabhängige Seite Mada Masr, die in Kairo ihren Sitz hat. Insgesamt sollen in Ägypten schon 130 Seiten gesperrt worden sein; aus Sicherheitskreisen heißt es, die besagten Seiten enthielten Material, das Terrorismus und Extremismus unterstütze sowie Lügen verbreite.

(red.)
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