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Accessibility Overlays

Blinden-Hilfsgemeinschaft warnt vor falscher digitaler Barrierefreiheit

Looker_Studio / adobe.stock.com

Eine scheinbar simple Lösung für mehr Barrierefreiheit im Netz hemmt diese in Wahrheit, wie die Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs nun betont.

Im Zuge des steigenden Bewusstseins für Inklusion und Barrierefreiheit seien in den letzten Jahren zunehmend sogenannte Accessibility Overlays, vor allem bei kleineren und mittleren Unternehmen, in Mode gekommen. Diese Tools versprechen, durch einfache Eingriffe (meist nur das Einsetzen einzelner Zeilen von Codes in der Webseitenstruktur) sämtliche Probleme der Barrierefreiheit beseitigen zu können und damit geltenden Standards und der Gesetzgebung zu entsprechen.

'Behindern herkömmliche Bedienungshilfen'

Dies entspreche aber nicht den Tatsachen, wie Fredrik Fischer, blinder Anwender und Projektmitarbeiter bei der Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs, erklärt: "Die Tools schaffen oft nur das, was Menschen mit Behinderung mithilfe von Screenreader-Software und anderen Hilfsmittel sowieso mühelos erreichen. Gleichzeitig behindern aber die Overlays in den meisten Fällen die Verwendung herkömmlicher Bedienungshilfen.“

Die Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs setzt sich für Inklusion und Barrierefreiheit, vor allem auch in der IT, ein. „Mit Overlays bedient man wieder einmal die falsche Seite. Es wird nicht nach der besten Lösung für den Mensch mit Behinderung gesucht, sondern nach der günstigsten Variante für das Unternehmen“, kritisiert Fischer diese Entwicklung.

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