9,4 Millionen Euro aus Österreich
 

9,4 Millionen Euro aus Österreich

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Facebook: 79 Prozent der Werbeausgaben für soziale Medien gingen an das Portal - 104 österreichische Facebook-Marken - Red Bull mit den meisten Fans

Der Internetriese Facebook, der am Freitag in New York an die Börse geht, verdiente in Österreich rund neun Mio. Euro. Die heimischen Unternehmen gaben im Vorjahr 9,4 Mio. Euro für Werbeanzeigen auf Facebook aus, geht aus einer Studie von "Werbeplanung.at" hervor. Insgesamt wurden in Österreich für Werbung auf sozialen Netzwerken etwas mehr als 12 Mio. Euro ausgegeben. Damit landeten fast vier von fünf Euros aus dem Social-Media-Werbebudget bei Facebook. Im Vergleich: Die gesamten Werbeausgaben lagen 2011 in Österreich bei 3,8 Mrd. Euro.

In den letzten Jahren seien durch Facebook neue Berufsfelder und neue Jobs entstanden, sagte Elisabeth Oberndorfer von Werbeplanung.at gegenüber der APA. So gebe es eigene Facebook-Agenturen, zusätzlich zu Online- und klassischen PR-Agenturen. Wie viele Jobs dadurch entstanden sind, ist schwer zu sagen. Es könnten zwischen hundert und tausend sein, so die allgemeine Markteinschätzung. In größeren Unternehmen sind meist bis zu zwei Mitarbeiter für Facebook und Co zuständig.

Werbekunden von Facebook bezahlen für jeden Klick eines Users. In Österreich sind das durchschnittlich 41 US-Cent pro Mausklick, so das Marktforschungsunternehmen Socialbakers. Österreich liegt damit im oberen Drittel. Den höchsten Werbepreis hat Facebook in Japan mit mehr als einem Dollar. In den USA kostet den Werbekunden jeder Klick 89 Cent. Facebook setzt sogenannte "soziale Werbeformate" ein. Dabei werden Äußerungen, Aktivitäten und "Gefällt mir"-Angaben von Facebook-Freunden im Zusammenhang mit einer Marke angezeigt. So soll die Zielgruppe punktgenau erreicht werden. Im vergangenen Jahr stammten 85 Prozent der Einnahmen aus Anzeigen.

Die österreichische Nummer 1 in Sachen Facebook-Fans ist Red Bull - mit über 28 Millionen Anhängern sogar weltweit die Nummer 5. Dahinter liegt Swarovski mit 2,3 Millionen Fans. Das sind die beiden österreichischen Marken, die über eine Million Fans haben. Die Unternehmen halten sich aber bedeckt, wie viele Werbegelder sie in Facebook stecken. Insgesamt listet Socialbakers 104 Marken ("brands") aus Österreich auf. Weltweit sind es über 15.000.

Facebook hat unterdessen den größten Internet-Börsengang der Geschichte erfolgreich über die Bühne gebracht. Das soziale Netzwerk konnte seine Aktien zum anvisierten Höchstpreis losschlagen. Facebook und seine Alteigentümer nahmen insgesamt 16 Milliarden Dollar ein (12,3 Mrd Euro). Pro Stück gingen die Anteilsscheine für 38 Dollar an die Investoren. Das lag am oberen Ende der Preisspanne von 34 bis 38 Dollar. Das teilte Facebook am späten Donnerstag mit. An diesem Freitag wird die Aktie zum ersten Mal an der US-Börse Nasdaq gehandelt.

Die Gesamtbewertung von Facebook liegt bei rund 104 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Google hatte bei seinem Börsengang im Jahr 2004 Aktien für 1,7 Milliarden Dollar verkauft und kam auf eine Gesamtbewertung von 23 Milliarden Dollar. Heute sind es gut 200 Milliarden Dollar. Allerdings gibt es Zweifel, ob die hohe Bewertung an der Börse dem tatsächlichen Wert von Facebook entspricht. Kritiker bemängeln, dass Facebook noch kein überzeugendes Geschäftsmodell vorgelegt habe.

Zuckerberg selbst hat 30 Millionen seiner eigenen Anteilsscheine verkauft und damit gut 1,1 Milliarden Dollar eingenommen. Mit dem Geld will er fällige Steuern begleichen. Er besitzt aber noch einen Anteil im Gegenwert von gut 19,1 Milliarden Dollar und kontrolliert 57 Prozent aller Stimmrechte. Damit wird Zuckerberg auch künftig die Geschickte von Facebook bestimmen.

Der Börsengang ist der Höhepunkt einer beispiellosen Erfolgsgeschichte. Mark Zuckerberg hatte Facebook zusammen mit Kommilitonen 2004 als digitales Jahrgangsbuch für Studenten auf die Beine gestellt. Schon im ersten Jahr zog das Netzwerk rund eine Million Nutzer an. Mittlerweile sind es gut 900 Millionen.



(APA/AFP/red)
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