5 Digital-Trends von der SXSW in Austin
 

5 Digital-Trends von der SXSW in Austin

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Das Tech-Festival in Austin, Texas, gilt vielen aus der Digital-Branche als richtungsweisend. HORIZONT zeigt die wichtigsten Trends von der Veranstaltung

Das Tech-Festival SXSW ("South by South West") lockte auch heuer wieder rund 30.000 Besucher aus der ganzen Welt nach Austin, Texas. Neben Film und Musik ist dort im "Interactive"-Teil der Veranstaltung das Thema "Digital" ganz groß. Forscher, Unternehmer, Künstler, Netzaktivisten und Entwickler zeigen auf der SXSW, was in den nächsten Jahren die Internet- und Tech-Branche prägen könnte. David Petermann, Executive Creative Director bei Wunderman PXP, hat sich für den HORIZONT auf der Messe nach Trends, die für die österreichische Digital-Branche wichtig sind, umgeschaut.

1. Wearables

Google Glass, Smartwatches, Fitbit und mehr: Datensammelnde, am Körper zu tragende Computer mit Sensoren und Internet-Verbindung sind ein Fixpunkt der Konferenz. "Wearable Tech ist eines der Buzzwörter auf der SXSW. Hardware, die unser tägliches, reales Leben noch stärker mit unserem virtuellen, web-basierten verknüpft, um uns besser servicieren zu können", sagt David Petermann, Executive Creative Director Wunderman PXP, der auf der SXSW vor Ort ist, zum HORIZONT. "Wir müssen dafür nicht viel mehr tun als alle unsere persönlichen Daten preiszugeben. Ob innovative Bezahlsysteme oder utopische Interfaces, die auf die Haut geklebt werden. Ganz wichtig dabei: Perfektes UX-Design, das über den reinen Screendesign-Anspruch weit hinausgeht. Responsive Design war erst der Anfang."

2. Content Advertising

Auch in Sachen Digital-Marketing ist viel Bewegung auf der SXSW zu sehen. Petermann: "Die digitale Community besinnt sich auf die guten, alten klassischen Werbetugenden und entdeckt den Mehrwert von Emotionen in Inhalt und Form. Egal, ob neuartige Mashups wie Apps, die aus Branded Content wieder User Generated Content machen, klassisches Content Marketing oder als voll in jede Kampagne integrierbare Inhalte-Services – Content als Emotionstrigger ist absolut King."



3. Digitale Privatsphäre

Mit Video-Interviews mit NSA-Whistleblower Edward Snowden, WikiLeaks-Gründer Julian Assange und Enthüllungsjournalist Glenn Greenwald ist auf der SXSW auch das Thema Überwachung und Privatsphäre intensiv diskutiert worden. Auf Privatsphäre bedachte Internet-Dienste oder Apps sind en vogue. "Big Data ist längst kein Modewort mehr sondern das Business, in dem hitzigste Goldgräberstimmung herrscht. Und tatsächlich – die innovativen Möglichkeiten an Consumer-Daten heranzukommen und damit (Kauf-) Verhalten zu beeinflussen sind beeindruckend", sagt Petermann. "Erste Anzeichen für verantwortungsvollen Umgang damit sind erkennbar. Mit Gastrednern wie Assange und Snowden ist es auch beim letzten fortschrittsgläubigen Tech-Nerd angekommen: Datenschutz ist ein Riesenthema, (etwa bei Location-based Services). Damit im Zusammenhang auch zwei der wohl am meisten beachteten Apps dieser Veranstaltung: Secret, eine Art Twitter-Kanal zum anonymen Posten und Cyber Dust, quasi ein Snapchat für Textnachrichten das Nachrichten nach 24 Sekunden für immer löscht. Diese Konzepte sind neu und werden unser Verständnis von Kommunikation (gerade in der Werbung) nachhaltig verändern."

4. Programmieren in der Schule

In den USA, aber auch in Europa, gilt Programmieren als immer wichtigeres Handwerk in einer immer stärker durch digitale Dienstleistungen geprägte Welt. Auf der SXSW fordern deswegen nicht wenige, dass das Erlernen von Programmiersprachen ein Fixpunkt im Schulunterricht wird. Der Computer-Pionier Steven Wolfram etwa arbeitet an dem Projekt "Wolfram Language", das Programmiersprachen ähnlicher der menschlichen Sprache machen soll und diese dadurch leichter erlernbar wären.

5. Keine neue Super-App

Auch eine wichtige Lehre der diesjährigen SXSW: Anders als in den Vorjahren, wo etwa Twitter, Foursquare oder die Flirt-App Tinder in Austin durchstarteten, gibt es heuer Beobachtern zufolge kein App-Highlight zu sehen. Das ist auch in Zusammenhang mit dem neuen Fokus der IT-Industrie auf Wearables zu sehen Hier entstehen gerade Trägertechnologien, für die in Folge neue Anwendungen interessant werden - noch aber ist man damit beschäftigt, Google Glass und Co. massentauglich zu machen.
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