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Innovation und Kreation: „Die Krise ist die größte Chance der Menschheit“

Brunnbauer/Wache
Frederik Pferdt, Chief Innovation Evangelist bei Google, im Talk mit HORIZONT-Chefredakteur Jürgen Hofer
Frederik Pferdt, Chief Innovation Evangelist bei Google, im Talk mit HORIZONT-Chefredakteur Jürgen Hofer

Frederik Pferdt, Chief Innovation Evangelist bei Google, sprach bei den österreichischen Medientagen 2021 über seine Mission: Kreation und Innovation im eigenen Unternehmen.

Google gilt weithin als Konzern, der Kreation und Innovationen fördert, seine Mitarbeiter dazu motiviert, über den eigenen Tellerrand zu blicken. Doch wie kann man als Unternehmen dies fördern? Genau dazu sprach Frederik Pferdt, Chief Innovation Evangelist bei Google in einer Live-Schalte aus Kalifornien im Talk mit HORIZONT-Chefredakteur Jürgen Hofer.
Das Video wird präsentiert mit Unterstützung der APA-Tech.

„Existiert in uns allen“

Gleich zu Beginn stellte Pferdt unmissverständlich fest: „Ich bin überzeugt, dass Kreativität in uns allen existiert. Jeder Mensch hat das Potenzial, es freizusetzen. Man muss dazu ein Mindset entwickeln, sich immer wieder neu zu erfinden.“ Genau das sei auch in den letzten eineinhalb Jahren passiert. „Wir haben alle mehr oder weniger über Nacht erfahren, wie wir uns neu organisieren müssen: Home-Schooling, Urlaub, Arbeit, das Feiern von Festen. Das war unglaublich spannend“, so Pferdt.

Der CIE von Google habe dies aber auch schon vor der Pandemie gepredigt, dass man sich auf Neues einlassen müsse. „Viele haben das nicht ernst genommen und gemeint: Es läuft doch eh gut. Vor der Pandemie wollten alle innovativ sein, jetzt müssen wir innovativ sein. Ich bin überzeugt: Diese Krise birgt für Menschen, Unternehmen, Bildung die größte Chance der Menschheit.“

Es geht um das Mindset

Der Prozess um mehr Innovation und Kreation beginnt aber bereits mit dem Mindset. „Wir müssen unsere Denkweise neu programmieren. Da geht es um zwei Bereiche: Empathie und Experimentierfähigkeit“, so der Google-Manager.

Man brauche Mitarbeiter mit Empathie, um sich in andere Menschen hineinzuversetzen. „Aber nicht nur in Menschen, sondern auch Empathie, um sich in die Erde reinzufühlen – Stichwort Klimaschutz. Diese Empathie zu leben heißt, dass wir Perspektiven wechseln können, um die Herausforderungen zu sehen. Daraus entwickeln sich erste Lösungen.“

In weiterer Folge geht es dann um die Experimentierfähigkeit. Pferdt: „Wir müssen uns trauen, Dinge auszuprobieren. Auch hier hat uns die Pandemie weitergebracht und wir können alle daraus etwas lernen. Dieses Lernen müssen wir in Taten umsetzen.“

So wurde bei Google der Pingiun-Award ins Leben gerufen. „Es gibt immer wieder einen Pingiun, der als erster ins Wasser springt. Dadurch hat er eine größere Chance, mehr Futter zu finden, aber auch möglicherweise gefressen zu werden. Wir wollen bei Google Menschen belohnen, die ein Risiko eingehen und sich etwas trauen.“ Mit dem Award wurde ein Ritual geschaffen, um diese Denkweise in das Mindset der Mitarbeiter zu bekommen.

Fragen stellen

Zudem hält es Pferdt für extrem wichtig, Fragen zu stellen, die Zukunftsvisionen betreffen. Als Beispiel nannte der Google-Manager folgende Fragen:

Was wäre, wenn wir Informationen in der Welt jedem Menschen zugänglich machen können?

Was wäre, wenn wir die Transformation für nachhaltige Energie beschleunigen können?

Was wäre, wenn wir den besten Fahrer entwickeln könnten für autonomes Fahren?

Was wäre, wenn wir eine Rakete starten könnten und diese wieder sicher auf der Erde landen könnte?

Was wäre, wenn wir aus einem Samen ein Gebäude wachsen lassen könnten?

Was wäre, wenn wir die Welt weniger verschmutzen würden?

„Das sind alles Fragen, die wir uns auch teilweise bei Google stellen. Wir wollen bis 2030 unsere Datencenter klimaneutral betreiben. Da stehen wir am Anfang eines Innovationsprozesses. Dazu sind solche Fragen notwendig“, so Pferdt.

Generell gibt es bei Google drei Prinzipien, die sich all diesen Themen unterordnen: Respektiere den Nutzer, Respektiere die Möglichkeit, Respektiert euch gegenseitig. Gekoppelt mit den angesprochenen Ritualen kann man aus Sicht von Pferdt Werte des Unternehmens erlebbar machen und einen Rhythmus in Unternehmen bringen.

Keine geographische Frage

Keine besonderen Unterschiede sieht Pferdt in der Frage kultureller Unterschiede in Bezug auf geographischer Faktoren: „Innovation hat mit Menschen zu tun, egal wo diese leben. Wir können alle ein Stück weit innovativer werden. Wir müssen zuerst die Bereitschaft schaffen, Lust auf Neues haben. Hier habe ich Hoffnung, dass wir die Zukunftsmentalität entwickeln.“ Als wichtigsten Faktor sieht der Google-Manager die Empathie. „Wir brauchen Talente, die empathisch sind, die verstehen, wie andere Menschen oder der Planet Erde fühlen.“Wie sehr sich die Fragen der Menschen in den letzten 1,5 Jahren geändert haben, demonstrierte Pferd am Ende des Talks mit den beliebtesten Suchanfragen auf Google. „Wie legt man einen Gemüsegarten an?“ wurde 2020 doppelt so oft gesucht als noch im Jahr 2019. Oder: „Wie macht man einen Sauerteig oder Pizza?“ aber auch „Warum gibt es keine Hefe?“

Die Fragestellungen machen Pferdt auch Hoffnung, denn Fragen zum Klimawandel, steigender Meeresspiegel hätten extrem zugenommen. Häufig wird auch gefragt: „Wie stoppen wir den Klimawandel?“

„Das gibt mir große Hoffnung“, so Pferdt abschließend.

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