Wiener Werbe-KV 2017: Verhandlungen abgebroch...
 

Wiener Werbe-KV 2017: Verhandlungen abgebrochen

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Stephan Gustav Götz, Obmann der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation: „Der jetzige KV ist älter als 40 Jahre und keinesfalls mehr zeitgemäß."
Stephan Gustav Götz, Obmann der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation: „Der jetzige KV ist älter als 40 Jahre und keinesfalls mehr zeitgemäß."

Die Verhandlungen für einen neuen KV wurden von der Gewerkschaft abgebrochen: 0,7 Prozent Plus sind den Arbeitnehmern nicht genug.

Die Verhandlungen zwischen der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation in der Wirtschaftskammer Wien und der Gewerkschaft Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) über die Reform des Kollektivvertrags für die rund 14.000 Beschäftigten aus den Bereich Werbung und Marktkommunikation in Wien wurden heute abgebrochen. „Die Gewerkschaft lehnte die von der Fachgruppe in Aussicht gestellte maßvolle Einigung im Wert von 0,7 Prozent erneut ab“, heißt es von Arbeitgeberseite.

Von der Gewerkschaft wiederum wird gemeldet, es herrsche „große Empörung über die neuerliche Weigerung der Arbeitgeber der Wiener Werbewirtschaft, eine Gehaltserhöhung für die Beschäftigten zu verhandeln.“ Die jetzige Vorgangsweise würde einer realen Gehaltskürzung gleichkommen.

Kurto Wendt, Verhandlungsleiter der GPA-djp: „Die wirtschaftlichen Daten der Branche rechtfertigen in keiner Weise ein solches Vorgehen. Eine Nulllohnrunde ist eine nicht akzeptable Provokation.“ Dass eine derartige „Verhöhnung der Leistung der Beschäftigten“ ausgerechnet einen Tag vor Weihnachten erfolge, sei besonders bitter: „Wir werden das sicher nicht auf uns sitzen lassen und sind dabei, gewerkschaftliche Aktionen vorzubereiten“, sagt Wendt.

„Vertrag nicht zeitgemäß“

Stephan Gustav Götz, Obmann der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation, appelliert hingegen für einen KV, der „der heutigen Arbeitsrealität entspricht“. „Auch die Ansprüche der Arbeitnehmer an die Arbeitgeber haben sich geändert, dem müssen wir unbedingt Rechnung tragen“, sagt Götz: „Der jetzige KV ist älter als 40 Jahre und keinesfalls mehr zeitgemäß."

Derzeit gilt der Kollektivvertrag ausschließlich für Wien. Die GPA-djp signalisiert in einer Aussendung ihre Bereitschaft, über einen bundesweiten, modernen Kollektivvertrag für die Branche zu verhandeln. Die Fachgruppe Werbung Wien zeigt sich in einer Aussendung indes „verwundert, dass die GPA-djp bereit ist, den einzigen KV im Bereich Werbung und Marktkommunikation aufs Spiel zu setzen.“ Götz: „Solange die GPA-djp in allen anderen Bundesländern einen KV-losen Zustand akzeptiert, ist das für uns nicht nachvollziehbar.“
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