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Wiener Fachgruppe Werbung über ORF-Reform enttäuscht

Fachgruppe Werbung & Marktkommunikation Wien befürchtet negative Auswirkungen auf die Werbebranche.

Die Fachgruppe Werbung & Marktkommunikation Wien zeigt sich über den endgültigen Beschluss der ORF- Reform enttäuscht: ”Den Anliegen der Werbewirtschaft wurde leider nur in wenigen Punkten entsprochen – jedoch weder bei der personellen Besetzung des Stiftungsrates, noch bei der Gestaltung weniger restriktiver Werbezeiten”, meint Univ.-Prof. Dr. Fritz Karmasin, Vorsteher der Fachgruppe Werbung & Marktkommunikation Wien. Darüber hinaus ortet die Fachgruppe einen Widerspruch, einerseits neue, digitale Technologien einzuführen und andererseits mit einer Gesetzesnovelle die Nutzung der vielfältigen und kreativen Sonderwerbeformen, die die Digitalisierung mit sich bringt, im ORF deutlich einzuschränken.



Generell legt die Wiener Fachgruppe Werbung & Marktkommunikation Wert auf die Feststellung, daß sie die Einführung von privatem Fernsehen im Sinne steigender Angebotsvielfalt begrüßt. Allerdings: Wie sich ein duales TV-System in Österreich entwickeln wird, sollte den Konsumenten und dem Wettbewerb am Markt überlassen bleiben. Es ist nach wie vor äußerst unwahrscheinlich, daß die dem ORF vorenthaltenen Mittel auch wirklich in den Start von österreichischem Privat-TV fließen.



Die Wiener Fachgruppe Werbung & Marktkommunikation sieht in der gesamten Reform eine Reihe von Verschlechterungen, die - einzeln betrachtet - kaum dramatisch erscheinen. Insgesamt könnten sie allerdings massive negative Auswirkungen für die Werbebranche mit sich bringen. Wenn es nicht zum erhofften Markteintritt privater TV-Anbieter kommt, befürchtet die Fachgruppe insbesondere die Abwanderung von Werbebudgets an ausländische Fernsehanstalten, eine Stagnation im Bereich der Entwicklung kreativer (Sonder-)Werbeformen in elektronischen Medien, Rückschritte bei der Entwicklung regionaler Werbemöglichkeiten sowie in den Bereichen Sponsoring und Product Placement und eine Schwächung des Hörfunkbereiches



Besonders bedauerlich ist für die Wiener Fachgruppe Werbung & Marktkommunikation zudem das Fehlen von zumindest einem Vertreter aus der Werbewirtschaft im Stiftungsrat, weil dies angesichts der Bedeutung des Themas für den ORF mehr als legitim wäre. (max)



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