Wiener Fachgruppe Werbung fordert zeitgemäße ...
 

Wiener Fachgruppe Werbung fordert zeitgemäße Werbeformen im ORF

Die Wiener Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation fordert nach Überprüfung des vorliegenden Entwurfs zum ORF-Gesetz von der Bundesregierung und vom ORF-Management zeitgemäße Werbeformen und -zeiten.

Die Wiener Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation fordert nach Überprüfung des vorliegenden Entwurfs zum ORF-Gesetz von der Bundesregierung und vom ORF-Management "zeitgemäße Werbeformen und -zeiten im Sinne der Werbewirtschaft, der Konsumenten und der österreichischen Medienlandschaft." Wie Univ.-Prof. Fritz Karmasin, Vorsteher der Fachgruppe Werbung in Wien, betont, brauche die Werbewirtschaft "einen ORF, der sich den heutigen Marktanforderungen stellen darf, um auch weiterhin qualitative Programme produzieren zu können". Wenn die Vielfalt der Werbemöglichkeiten im ORF weiterhin beschränkt werde, mache man den ORF - so Karmasin - für die Werbewirtschaft unattraktiv: "Ein Ausweichen auf österreichisches Privatfernsehen ist derzeit absolut unrealistisch, da es erstens kein österreichweites Privatfernsehen und zweitens keine mit dem ORF vergleichbare branchenrelevanten Reichweiten gibt".



Mit einem 5-Punkte-Forderungskatalog wendet sich die Wiener Fachgruppe nun an die handelnden Parteien.


Forderung 1 bezieht sich auf die Defacto-Reduktion bei den Werbezeiten: Durch die Einberechnung von Patronanzen in die gesetzlich erlaubte Werbezeit reduziert sich die Werbezeit von täglich 42 Minuten im Fernsehen und 172 Minuten im Hörfunk und das sei für die Werbetreibenden nicht tragbar.


Zweitens fordert die Fachgruppe Wien mehr Sonderwerbeformen, insbesondere auf der Ebene der Landesstudios. Karmasin dazu: "Klein- und Mittelbetriebe sind das Rückgrat unserer Wirtschaft und stellen die Mehrzahl der Auftraggeber der heimischen Werbewirtschaft. Werbung im ORF kam für diese Firmen aus Kostengründen schon bisher kaum in Betracht". Fazit: "Die Schaffung neuer Sonderwerbeformen im Bereich der Landesstudios ist unerläßlich, um den Zugang zur ORF-Werbung für diese Gruppe nicht noch weiter zu erschweren."


Forderung Nummer 3 bezieht sich auf die Förderung von regionalen Werbemöglichkeiten generell: Karmasin und Co wünschen sich eine deutliche Ausweitung der Möglichkeiten der Landesstudios und regionale Werbesendungen insbesondere auch im Fernsehen.


Weiters fordert die Fachgruppe eine Ausweitung und Präzisierung der Rahmenbedingungen für kreative Werbeformen wie etwa Product Placement: "Gerade für mittelständische Unternehmen bietet Product Placement eine dringend notwendige Kommunikationschance."


Als fünfte und letzte Forderung wünscht sich die Fachgruppe die Vertretung der Werbewirtschaft im Stiftungsrat des ORF. Zwar würden 24 von 35 Stiftungsratmitglieder von der Regierung bzw. von den politischen Parteien besetzt, die werbetreibende Wirtschaft dürfe aber keinen Vertreter entsenden, argumentiert Karmasin. Die Wiener Fachgruppe fordert daher, "die Anzahl der von der Bundesregierung, den Ländern und den politischen Parteien zu entsendenden Stiftungsräte so zu reduzieren, daß zumindest drei Stiftungsräte von der werbetreibenden Wirtschaft gestellt werden können". (max)

stats