Werbung fördert den Alkoholkonsum nicht!
 

Werbung fördert den Alkoholkonsum nicht!

Psychologe Prof. Dr. Reinhold Bergler hat die Unhaltbarkeit des von EU-Behörden geplanten Alkoholwerbeverbotes unter Beweis gestellt.

Es ist ein "Ausdruck gesundheitspolitischer Hilflosigkeit, wenn EU-Politiker versuchen, mit Werbeverboten den Alkoholkonsum einzudämmen", unterstrich der deutsche Psychologe Prof. Dr. Reinhold Bergler bei einem Vortrag in Wien. Der Entwurf eines Alkoholwerbeverbotes liegt bekanntlich schon in den Schubladen der EU-Behörden.
Auf Einladung der IAA und des Fachverbandes Werbung und Marktkommunikation hat Bergler die Unhaltbarkeit dieser Verbotspolitik unter Beweis gestellt. Bergler hat unter 1000 Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren die Ursachen des Alkoholismus untersucht. Diese Studie hat ergeben, daß der Effekt der Werbung vernachlässigt werden kann. Alkoholgefährdete Jugendliche haben meist eine schlechte Eltern-Kind-Beziehung, sind mit dem eigenen Leben unzufrieden und zeigen wenig Interesse an der Ausbildung. Der erste Kontakt mit Alkohol sei laut Bergler keine Reaktion auf Werbebotschaften, er findet normalerweise im Familienkreis im Alter unter 10 Jahren statt. Entscheidend ist, daß alkoholgefährdete Jugendliche Alkohol als Mittel zur Problembewältigung einsetzen.
Bergler: "Mit dieser Studie muß ein Erklärungsmodell, das einen direkten Einfluß von Werbung auf Alkoholkonsum postuliert, verworfen werden. Erst wenn Jugendliche regelmäßig trinken, sagt ihnen die Werbung, welche Angebote es gibt."

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