Werbeclaims im Visier der EU-Kommission
 

Werbeclaims im Visier der EU-Kommission

Nach dem von der EU-Kommission verfügten Werbeverbot für Tabakwaren könnten werbetreibenden Unternehmen schon bald weitere Werbebeschränkungen ins Haus stehen.

Nach dem von der EU-Kommission verfügten Werbeverbot für Tabakwaren könnten werbetreibenden Unternehmen schon bald weitere Werbebeschränkungen ins Haus stehen. David Byrne, EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz, hat einen Entwurf für eine EU-Verordnung ausgearbeitet, die Einschränkungen für nährwert- und gesundheitsbezogene Werbeversprechen vorsieht. "Frühestens Ende Mai, eher Anfang Juni" könnte der Verordnungsentwurf - wie Beate Gmindner, die Pressesprecherin von EU-Kommissar Byrne, gegenüber Horizont erklärt - von der EU-Kommission beschlossen werden. In seinem Entwurf für eine neue EU-Verordnung sieht Byrne vor, dass Lebensmittel hinkünftig nicht mehr wahllos mit Angaben zum Nährwert und mit Versprechen hinsichtlich gesundheitsfördernder Inhaltsstoffe beworben werden dürfen. Byrnes Intention ist es, zu vermeiden, dass Konsumten mit diesen Angaben, die sich mitunter auch in Werbekampagnen wiederfinden, irregeführt werden. Angaben wie "unterstützt ihr Immunsystem", "reinigt Ihren Organismus", "stärkt ihre Abwehrkräfte" seien - so Byrne - meist vage und für den Konsumenten kaum nachvollziehbar.

Ganz besonders abgesehen hat es Byrne auf Angaben wie "Essen Sie was Sie wollen - Solange Sie Produkt X einnehmen, werden Sie schlank". Aber auch unklare und zweideutige Angaben wie "90 Prozent fettfrei" sind aus Byrne´s Sicht nicht im Sinn des Konsumenten, wenn damit nicht klar und deutlich Ausdruck kommt, das ein bestimmtes Lebensmittel immerhin 10 Prozent Fett enthält.


Zulässig sollen - so Byrnes Wille - nach der Verabschiedung der diesbezüglichen EU-Verordnung nur mehr Behauptungen sein, die ohne nähere Prüfung belegbar sind (etwa "Kalzium ist gut für den Knochenaufbau") und Angaben, die auf wissenschaftlich belegten Fakten und verlässlichen Quellen beruhen. Byrne: "Und vor allem sollen sie für den Konsumenten verständlich sein."

Mehr über die ins Haus stehende neue EU-Verordnung lesen Sie in Horizont 17/2003, der am 25. April 2003 erscheint.

(max)


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