Rechtschreibfehler sind nicht sexy
 

Rechtschreibfehler sind nicht sexy

Duden
Mit 5000 neuen Wörtern will der Duden am Puls der Zeit bleiben
Mit 5000 neuen Wörtern will der Duden am Puls der Zeit bleiben

Mit einer neuen Kampagne rund um den jetzt erscheinenden Duden will das Nachschlagewerk sein Image entstauben.

Alle drei bis fünf Jahre versucht der Duden, einer schweren Aufgabe Herr zu werden: Die sich immer schneller wandelnde Sprache in einem gedruckten Werk abzubilden. Die am Mittwoch neu erscheinende 27. Auflage des Standardwerks für deutsche Rechtschreibung wird so zum Beispiel 5000 neue Wörter beinhalten, um Schritt halten zu können. "Fake News", "Social Bot" und das längst gängige "Selfie" werden dann vermerkt sein. Und auch eine neue Kampagne soll zeigen, dass der Duden auch im digitalen Zeitalter noch längst nicht obsolet ist.

"Was im Darknet passiert, wissen wir nicht. Aber wie man es schreibt." oder "Überhaupt nicht sexy: Wenn man tindern falsch schreibt." Die neue Kampagne von der Münchner Agentur WUNDERHAUS setzt auf die Neologismen aus der Digital- und Jugendsprache. Wie bei der vergangenen Auflage, die sich 850.000mal verkaufte, steht die Anzahl der neuen Wörter im Vordergrund. "5000 Wörter stärker" lautet der Claim dazu. "Das ist sicher frecher als in den vergangenen Jahren", meinte Duden-Sprecherin Nicole Weiffen zum HORIZONT, "aber wir richten uns nicht nur an die junge Zielgruppe, sondern wollen einfach den Sprachgebrauch abbilden".

Zudem hat die Hamburger Agentur Tom Leifer Design dem Duden ein neues Design mit großen Versalien über den Büchrücken und auch dem Logo ein kleines Facelift verpasst.

Inhaltlich ist erstmals das große "scharfe S" vertreten und einige bisher erlaubte Nebenschreibweisen wurden wieder abgeschafft: So werden die Eindeutschungen "Majonäse" und "Ketschup", die sich nie durchgesetzt haben, wieder abgeschafft und es heißt wieder "Mayonnaise" und "Ketchup". Vorschreiben kann man der Sprache halt nichts.

[Sascha Bunda]
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