PR-Ethik-Rat präsentiert Leitfaden für Conten...
 

PR-Ethik-Rat präsentiert Leitfaden für Content Marketing

Barbara Mair

Zum 10. Jubiläum des PR-Ethik-Rats publizierte dieser nun den ersten Leitfaden für Content Marketing-Produkte und eine überarbeitete Version des Online-Kodex.

Mehr Details lesen Sie in der HORIZONT-Ausgabe 24, die am 15. Juni 2018 erscheint.

Bei Content Marketing handle es sich um ein bislang ungeregeltes Betätigungsfeld der Branche, wie Sabine Einwiller, Vorsitzende des PR-Ethik-Rats und Professorin an der Universität Wien, bei einem Pressegespräch am 4. Juni in Wien betonte. Die Disziplin nutze journalistische Mittel für kommerzielle Ziele. Der ethische Grundsatz der Transparenz würde dadurch verletzt und gefährde die Glaubwürdigkeit des Journalismus. Peter Kleemann, stv. Vorsitzender und Pressesprecher der Flughafen Wien AG, sieht insbesondere Handlungsbedarf bei Agenda Medien wie einem Kundenmagazin, bei dem weder auf der Titelseite noch im Impressum die eindeutige Zuordnung zum Markenartikelkonzern erkennbar sei, während im Heft ausschließlich Produkte aus dem eigenen Sortiment empfohlen werden.

Der Online-Kodex wurde indes um zusätzliche Merkmale bezüglich der Kennzeichnung von bezahlten Inhalten in Online-Beiträgen ergänzt. Auch Agenturen spricht Kleemann direkt an. Verwalten diese mehrere Social-Media-Accounts unterschiedlicher Kunden, dürften diese zur wechselweisen Reichweitensteigerung nur dann herangezogen werden, wenn die Auftraggeber informiert seien und eine inhaltliche Nähe zwischen den Accounts oder Beiträgen bestehen. 

In seinem zehnjährigen Bestehen bearbeitete der PR-Ethik-Rat rund 200 Beschwerdefälle, darunter auch die Social-Media-Postings der Agentur MHoch3 sowie die Pistenraupen-PR-Aktion des Tourismusverband Seefeld. Letztere heimste allerdings auf kreativem Parkett im November letzten Jahres einen Effie in Silber ein. "Das mit einem Preis zu würdigen, ist ganz klar zu abzulehnen", bestätigten Einwiller und Kleemann unisono auf HORIZONT-Nachfrage. Schließlich habe man die Medien und Öffentlichkeit bewusst in die Irre geführt. 

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