Plädoyer für Investitions-Zuwachs Freibetrag
 

Plädoyer für Investitions-Zuwachs Freibetrag

Fachgruppe Wien unterstützt Wirtschaftsbund-Himmer Vorschlag zur Entlastung der Werbewirtschaft,

Vorschlag angenommen, nun sind die Experten mit der Ausarbeitung beauftragt: Michael Himmer hatte bei der Präsentation des Focus Werbebarometer (siehe HORIZONT 26-2009) angesichts der trüben Stimmungslage für Agenturen und bei Medien einen neuen Vorschlag zur Ankurbelung der Werbewirtschaft vorgelegt: Einen Investitions-Zuwachs Freibetrag, den Auftraggeber, die ihre Media-Spendings steigern, geltend machen könnten. Himmer, Listenführer des Wirtschaftsbund (ÖVP) und stellvertretender Vorsteher der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation: „Ich glaube nicht mehr daran, dass die Werbeabgabe abgeschafft wird. Zu lange haben zu viele Politiker immer dieselben Zusagen gemacht – aber es ist nichts geschehen“.







Die Streichung der Werbeabgabe in Höhe von Fünf Prozent auf die Netto-Media-Spendings – laut Aufstellung auf der Homepage des Finanzministeriums im Jahr 2008 immerhin 114 Millionen Euro – ist eine „ewige“ Forderung des Fachverband Werbung und der Medien-Verbände. Studien führen den Nachweis, dass bei Streichung ein Gutteil des frei werdenden Geldes wieder in Media-Budgets fließen würde. Allein: Der Bund hebt sie ein, im Rahmen des Finanzlastenausgleichs zwischen Bund, Ländern und Gemeinden ist die Summe wohl denn doch zu groß, um einfach gestrichen zu werden (im Gegensatz zu der als „Bagatellsteuer“ camouflierten Erbschafts- und Schenkungssteuer, die immerhin 2008 die Summe von 136 Millionen Euro einspielte – und ersatzlos verschwunden ist).







Sei´s drum: Angesichts der tiefschwarzen Perspektiven bringt Himmer den Investitions-Zuwachs-Freibetrag ins Spiel. Bei der turnusmäßigen Sitzung der Wiener Fachgruppe am 30. Juni fand der Vorschlag bei Fachgruppenvorsteher Karl Javurek (Wirtschaftsverband – SPÖ) und Stellvertreter Peter Drössler (Grüne Wirtschaft – Die Grüne) laut Himmer einhellige Zustimmung. „Wir haben beschlossen, von Rechts- und Steuer-Experten der Wirtschaftskammer den Vorschlag noch im Juli detailliert ausarbeiten zu lassen. Wir wollen ein konkretes Papier gleich im September dem Finanzminister, dem Wirtschaftsminister und dem Medienstaatssekretär vorlegen“. Konkret visiert Himmer einen Satz von 10 Prozent an – in dieser Größenordnung sollten Zuwächse bei den Werbespendings für den Werbungtreibenden begünstigt werden. Der Wiener Fachgruppenvorsteher Karl Javurek unterstützt die Initiative, schränkt jedoch ein: „Die Forderung ist nicht ganz neu – wir haben einen ähnlichen Vorschlag als Wirtschaftsverband schon vor Jahren vorgelegt, aber zugunsten des Lobbying gegen die Werbesteuer hintangestellt. Da sich bei der Werbesteuer nichts tut, bin ich dafür, dass alle Fraktionen gemeinsam die Initiative Freibetrag unterstützen und ehestmöglich den poltitisch verantwortlichen vorlegen. Das muss eine gemeinsame Antrengung zugunsten der Agenturen und Medien jenseits von Parteipolitik werden!“.







Entlastung dringend gebraucht!







Die Zeit drängt: Focus hatte im Rahmen des Werbebarometer (306 Telefoninterviews in der ersten Juni-Woche unter Auftraggebern und Agentur-Chefs) erfragt, wie sich für die Kreativagenturen die Auftragslage und die allfällig veränderte Nachfrage aufgrund der Krise darstellt: Die Hälfte (52 Prozent) erwartet demnach eine Abnahme der Aufträge in der zweiten Jahreshälfte, nur 16 Prozent eine Zunahme im zweiten Halbjahr 2009. Differenziert nach Auftraggeber und Werbetreibendem erwarten zwar „nur“ 38 Prozent der Agenturvertreter eine Abnahme der Auftragslage für Kreativagenturen – aber 54 Prozent der Werbungtreibenden. Lediglich 19 Prozent der Agenturvertreter erwarten eine Zunahme der Aufträge – 16 Prozent der Werbungtreibenden für das zweite Halbjahr 2009.







Kreativagenturen unter Druck







Was setzt die Kreativagenturen unter Druck? 54 Prozent geben an, dass Aufträge verloren gehen, weil „vermehrt in unternehmensinterne Gestaltung“ praktiziert werde. 18 Prozent geben an, dass „vermehrt international vorhandenes Material verwendet“ werde, nur 16 Prozent glauben, dass Werbemittel als Reaktion auf die Wirtschaftskrise vermehrt von Agenturen in Österreich hergestellt werde. Dass 28 Prozent der Agenturen (und nur 15 Prozent der Werbungtreibenden) letzteres angeben, führt Himmer zu folgender schonungslosen Analyse: „Heißt leider im Klartext nichts anderes, als dass die Leistung der österreichischen Agentur noch günstiger ist als die Verwendung oder Adaption internationalen Materials – also Dumping betrieben wird!“ Die Krise bringt generell die Nachfrage nach Kreativleistungen zum Abflauen – nur 16 Prozent glauben, dass sie steigt. Hingegen geben 39 Prozent eine steigende Nachfrage nach strategischer Beratung an, gefolgt von Steigerungen für Beratung und Betreuung (jeweils 35 Prozent).







Entlastet die Werbewirtschaft!







32 Prozent sehen die Abschaffung der Werbeabgabe als eine Möglichkeit, den Druck auf die Budgets um wenigsten die jene 5 Prozent, die dann möglicherweise in Medialeistungen fließen könnten, zu mindern. 20 Prozent votieren für eine Reduktion der Werbetarife wesentlicher Medien. Und 29 Prozent begrüßen den Vorschlag Himmers, einen zehnprozentigen Investitions-Zuwachs Freibetrag einzuführen.
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