Öffentliche Hand warb im 2. Quartal um 52,9 M...
 

Öffentliche Hand warb im 2. Quartal um 52,9 Mio.

Dieser Wert lag um rund sechs Mio. Euro unter dem Vergleichszeitraum des Vorjahres, wie aus den am 15. September veröffentlichten Daten nach dem Medientransparenzgesetz hervorgeht

Knapp 52,9 Millionen Euro gaben öffentliche Stellen im zweiten Quartal 2014 für Werbeaufträge und -kooperationen in Medien aus. Damit lag dieser Wert um rund sechs Mio. Euro unter dem Vergleichszeitraum des Vorjahres, wie aus den heute, Montag, veröffentlichten Daten nach dem Medientransparenzgesetz hervorgeht. Zum wiederholten Male präsentierte sich die Stadt Wien als werbeaktivste Stelle.

So gab sie in der Zeit zwischen April und Juni 7,3 Millionen Euro für Werbung und Inserate aus. Rechnet man Beteiligungen der Stadt hinzu, ergibt das in Summe knapp elf Millionen Euro. Den größten Anteil davon erhielt die Gratiszeitung "Heute" (inklusive ), nämlich 1,620 Millionen Euro. Dahinter folgen die "Kronen Zeitung" mit 1,360 Millionen Euro sowie die Mediengruppe Österreich mit 1,336 Millionen Euro.

Österreichweit liegt die "Kronen Zeitung" (inklusive Kronehit) an der Spitze der stärksten Werbemedien. Sie erhielt von der öffentlichen Hand 5,725 Millionen Euro. Dahinter folgt der ORF, in dessen Medien um 4,749 Millionen Euro geworben wurde. "Heute" lukrierte 3,703 Millionen Euro, die Mediengruppe Österreich 3,698 Millionen Euro. Im "Kurier" und seiner Online-Plattform futurezone.at wurden Werbungen im Wert von 2,361 Millionen Euro gebucht, womit er noch vor der Verlagsgruppe News (VGN) lag. Auf die Magazine der VGN entfielen insgesamt 2,235 Millionen Euro.

Die "Kleine Zeitung" konnte Inseratenaufträge im Wert von 1,793 Mio. Euro lukrieren. In den "Oberösterreichischen Nachrichten" wurde um 1,098 Mio. Euro geworben, zählt man die ebenfalls zum Verlag gehörenden Medien "Tips" und Life Radio hinzu ergibt das 1,786 Mio. Euro. Auf den "Standard" entfielen 1,546 Mio. Euro, auf "Die Presse" 1,376 Mio. Euro und in den "Niederösterreichischen Nachrichten" wurde um 1,183 Mio. Euro geworben. Auf die "Vorarlberger Nachrichten" (plus vol.at) entfielen 1,014 Mio. Euro, die "Tiroler Tageszeitung" erhielt 863.000 Euro und die "Salzburger Nachrichten" konnten 545.000 Euro verbuchen. Rund 199.000 Euro entfielen auf das "WirtschaftsBlatt".

Bei den staatsnahen Betrieben zeigte sich der ORF am spendabelsten: Inklusive GIS und Sendetechniktochter ORS wendete er 3,122 Mio. Euro auf. Dahinter folgen die ÖBB, die inklusive Töchter um 2,529 Mio. Euro warben, sowie die Österreich Werbung, die 2,404 Mio. Euro ausgab. Dem Verbund waren Werbeschaltungen 1,400 Mio. Euro wert, die Post investierte 1,120 Mio. Euro und die Asfinag knapp 810.000 Euro. Die Münze Österreich meldete Aufwendungen in der Höhe von 466.000 Euro.

Das Ranking der Ministerien führt das Finanzministerium an, das im zweiten Quartal dieses Jahres um 926.000 Euro warb. Auf den weiteren Plätzen folgen das Innenministerium (743.000 Euro), das Bundeskanzleramt (606.000 Euro), das Außenministerium (603.000 Euro), das Landwirtschaftsministerium (533.000 Euro) und das Verteidigungsministerium (464.000 Euro). Das Verkehrsministerium gab rund 309.000 Euro für Werbeschaltungen aus, das Gesundheitsministerium 274.000 Euro, das Sozialministerium 270.000 Euro und das Wirtschaftsministerium 155.000 Euro. Im Falle des Bildungsministeriums schlugen 72.000 Euro zu Buche, im Familienressort waren es 11.000 Euro. Keine Aufwendungen meldete das Justizressort, wobei anzumerken ist, dass Buchungen unter 5.000 Euro pro Quartal und Medium laut Gesetz nicht ausgewiesen werden müssen.

Insgesamt waren 5.638 Rechtsträger aufgerufen, der Medienbehörde KommAustria ihre Werbeaufwendungen mitzuteilen. Bis auf zwei Stellen sind alle dieser Aufforderung nachgekommen, was einer Meldequote von 99,96 Prozent entspricht. 229 Rechtsträger mussten dabei von einer vierwöchigen Nachmeldefrist Gebrauch machen. "Gegen die Vertretungsbefugten der zwei Rechtsträger, die keine Meldung abgegeben haben, werden Verwaltungsstrafverfahren eingeleitet", teilte die Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH mit. Die nächste Veröffentlichung der Werbedaten, die das dritte Quartal 2014 betreffen wird, erfolgt am 15. Dezember.
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