Merlicek & Grossebner und Ja! Natürlich: Schw...
 

Merlicek & Grossebner und Ja! Natürlich: Schweinderl kehrt heim

Merlicek & Grossebner
Wollen weiter hoch hinaus: Kathrin Hahnekamp, Martina Hörmer, Lukas Grossebner, Rosa Merlicek, Carina Resch, Peter Mayer, Franz Merlicek (v.l.)
Wollen weiter hoch hinaus: Kathrin Hahnekamp, Martina Hörmer, Lukas Grossebner, Rosa Merlicek, Carina Resch, Peter Mayer, Franz Merlicek (v.l.)

Für Ja! Natürlich, bisher von D,M&B vertreten, zeichnet nun Merlicek & Grossebner verantwortlich. Dabei soll es auch inhaltlich zurück zu den Wurzeln gehen.

Dieser Artikel ist zuerst in Ausgabe Nr. 16/2018 des HORIZONT erschienen. Noch kein Abo? Hier klicken!

Das bekannteste österreichische Schweinderl, seit Robert Lembkes Spardose im Straßenfeger „Was bin ich?“, hat ein neues, altes Zuhause gefunden. Die Agentur Merlicek & Grossebner hat im Herbst 2017 eine Wettbewerbspräsentation für sich entscheiden und kann nun die Rewe-Eigenmarke Ja! Natürlich zu ihren Kunden zählen. Damit sind die Merliceks und ihre Kreation, eben das Schweindl mit Bauer, wieder vereint.

2005 hatte Franz Merlicek, damals noch bei Demner, Merlicek & Bergmann, die Idee zum sprechenden Schwein von einem Darbo-Dreh in Neuseeland mitgebracht. Zehn Jahre lang blieb der Ja!-Natürlich-Etat dann bei D,M&B. „Es gab immer eine gute Beziehung zur Marke und zum Team“, beschreibt Rosa Merlicek gegenüber HORIZONT die Zusammenarbeit. Zudem habe sie sich den Kampagnen rund um das Schweinderl, dem Merlicek auch ihre Stimme lieh, emotional verbunden gefühlt. Entsprechend groß war die Aufregung, als der Etat im Vorjahr neu ausgeschrieben wurde. „Die Schlacht um das kleine Schweindl“, wie Merlicek es nennt, wurde zwischen vier Agenturen, darunter der Etathalter, in zwei Runden entschieden – „eindeutig“, so Merlicek. Böses Blut habe es von den Mitbewerbern jedenfalls nicht gegeben, stattdessen habe Fairplay geherrscht. Man befinde sich eben in einem Wettbewerbsgeschäft, meint Franz Merlicek, manchmal gebe es Niederlagen, manchmal Etatgewinne.

Erfreut über den neuen Kunden zeigte sich jedenfalls Geschäftsführer Johannes Newrkla. „Das ist für uns sicher ein ganz wichtiger Schritt“, meinte er zu HORIZONT zur Bedeutung der Zusammenarbeit für die noch junge Agentur. Es sei auf jeden Fall eine große Freude, da man mit der Agentur erst im dritten Jahr stecke. Zudem sieht Newrkla die Zusammenarbeit mit einer weiteren Rewe-Eigenmarke als richtungsweisend: „Das zeigt, dass wir auch die großen Dinge gut handeln werden.“ Für die Zukunft sehe es „sehr, sehr schön aus“.

Seit Anfang Jänner verwaltet Merlicek & Grossebner nun den Ja!- Natürlich-Etat, begonnen hat man mit einer Wertekampagne, und zwar dem Projekt „Palmölfrei“. Für die Rewe-Eigenmarke, nach Eigenangaben Österreichs führende Biomarke, sei es immer höchst wichtig gewesen, als Nummer eins auch First Mover zu sein, erklärt Rosa Merlicek.

Freude auch in neuer Konstellation

Auch Ja!-Natürlich-Geschäftsführerin Martina Hörmer betont, wie wichtig Themenführerschaft für die Marke sei und verweist auf Green Packaging, dem rigorosen Abschaffen der Anbindehaltung für Milchkühe oder eben die „Palmölfrei“-Kampagne. Die Zusammenarbeit mit Rosa und Franz Merlicek sei „auch in der neuen Agenturkonstellation eine Freude“.

Und wie geht es mit dem Schweinderl weiter? Das soll sich Anfang Juni zeigen. Als kleinen Teaser sagt Hörmer: „Da geht die Reise durch Österreich los.“ Dahinter steckt der Spagat, die tierische Werbefigur wieder ein wenig zu den Wurzeln zurückzuführen und gleichzeitig aber auch behutsam zu modernisieren, um neue Zielgruppen, wie etwa verstärkt Familien, anzuvisieren. „Das Schweinderl entdeckt die weite Welt“, skizziert Rosa Merlicek. Zumindest einmal Österreich – und auch der Kontakt zum Bauern soll nie abreißen.

Den Kontakt zum Boden will man auch bei Merlicek & Grossebner nicht verlieren. „Wir erleiden jetzt keinen Höhenflug“, meint Rosa Merlicek, die HORIZONT gemeinsam mit ihrem Ehemann telefonisch auf einem Berggipfel erreicht, „uns zeichnet immer noch die Bescheidenheit einer jungen Agentur aus“. Man habe aber auch immer den Ansatz, den Überblick über eine Marke haben zu wollen – mit allen Kontaktpunkten. Und natürlich habe man auch nichts dagegen, wenn es auch weiterhin bergauf geht.

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