Melzer PR wird 25
 

Melzer PR wird 25

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HORIZONT online bat Agenturgründer Rudolf J. Melzer um einen Rückblick auf das vergangene Vierteljahrhundert

Ein Vierteljahrhundert – dieses durchaus stolze Alter erreicht die Agentur Melzer PR, gegründet vom ehemaligen Wirtschaftsjournalisten Rudolf J. Melzer, in diesem Jahr. Internationale Unternehmen aus High-Tech, Industrie, Logistik und Immobilienwirtschaft vertrauen seit nun 25 Jahren auf die Agentur mit einer Zentrale in Wien, einem Büro in der Steiermark und Partnern in verschiedenen Ländern Europas, den USA und Australien. Unter ihnen: Capgemini, CBRE Global Investors, Brenntag, NTT Data oder die Bauer Group.

Am 18. Juli feiert die Agentur, die 1990 mit dem Schreiben von Fach-Pressetexten für Computerfirmen und die Maschinenbau-Industrie begann, ihr Jubiläum beim "After Grand Prix Picknicks" in Lengdorf bei Gröbming. Die geladenen Gäste erwartet dort ein umfassendes Programm. Mit dabei sein werden unter anderem: Charles Morgan, Enkel des Gründers der Morgan Motors Company, und Michael Cole, der ehemalige BBC-Journalist und Vertrauter der tödlich verunglückten Prinzessin Diana – er ist nach wie vor für die Familie Al Fayed (Harrods) als Kommunikationsmanager tätig. Weiters mit von der Partie: die Designerin Sonja Campbell, Erfolgsregisseur Julian Pölsler ("Die Wand"), Klaus Schmid, NTT-Data-Geschäftsführer Martin Mai, CEE-Immobilienexperte Martin Sabelko von CBRE Global Investors, Feuerkultur-Chef Herbert Wieser aus Gröbming und viele andere mehr.

Vorab bat HORIZONT online Agentur-Gründer Rudolf J. Melzer, Rede und Antwort zu stehen – ein Rückblick auf die vergangenen 25 Jahre, Erfolge, Rückschläge und Pläne für die Zukunft.

HORIZONT online: Melzer PR besteht nun seit 25 Jahren - wie kam es 1990 zur Gründung der Agentur?  
 
Rudolf J. Melzer: In meiner Zeit als Wirtschaftsjournalist flatterten immer wieder schreckliche Pressetexte von zum Teil sehr tollen, technischen Unternehmungen auf meinen Tisch. Einige der Firmeninhaber erkannten, dass professionelle Pressearbeit immer wichtiger wird und fragten, ob ich Pressetexte für ihre Firmen schreiben würde. Irgendwann beschloss ich dann, mich mit dieser Dienstleistung selbstständig zu machen und spezialisierte mich auf Fach-PR für Technik und Wirtschaft.   
 
HORIZONT online: Wie hat sich die Agentur seit ihrer Gründung entwickelt? Was waren die wichtigsten Meilensteine?
 
Melzer: Wir sind eher langsam gewachsen, dafür ohne jemals Fremdkapital aufzunehmen und ohne jemals in finanziellen Schwierigkeiten zu sein. Meilensteine gab es natürlich extrem viele: Obwohl ich mit IT- und Maschinenbauthemen startete, kam 1990/91 der erste größere Auftrag von ganz anderen Seite, nämlich aus dem Bereich Agrarmarketing: Als Presseverantwortlicher der ersten heimischen Agrarmarketingeinrichtung ("Österreichische Servicegesellschaft für Agrarmarketing, ÖSA") konnte ich gemeinsam mit deren Geschäftsführer Eberhardt Ruthner und den Verantwortlichen bei der Österreich Werbung rund um Klaus Lukas den Grundstein für das heute noch bekannte "AMA Gütesiegel" legen.

Eines der ersten größeren Projekte im Bereich Industrie bzw. "Critical Communications" war für den Vogel & Noot-Konzern die Kommunikation rund um die durch die Ostöffnung relevant gewordene Verlagerung eines Teiles der Produktion von Österreich nach Ungarn ab dem Jahr 1992.

1993/94 folgte der Einstieg in den Bereich Immobilien mit der Immoconsult, die in Prag ihr erstes größeres Büroprojekt realisierte. Auch die Logistik kam in dieser Zeit zum Portfolio dazu: Für Gebrüder Weiss bauten wir die nationale und internationale Pressearbeit auf; von Lauterach über Budapest und Prag bis Shanghai. In dieser Zeit startete ich auch mit dem Aufbau unseres bis heute existierenden internationalen Netzwerkes an Partneragenturen bzw. selbstständigen PR-Partnern in vielen Ländern wie Australien, Großbritannien, USA oder Osteuropa.  

Technische PR-Projekte wickelten wir unter anderem für die OMV, Volvo Trucks oder Frequentis ab. Im Immobilienbereich kamen ab 2005 der große holländische Immobilieninvestor ING Real Estate Investment Management bzw. in der Folge CBRE Global Investors dazu. Einige Jahre betreuten wir für diesen Konzern von Wien aus auch den deutschen Markt mit.   

2009 gründete ich gemeinsam mit Wirtschaftsjournalisten wie Peter Muzik, Engelbert Washietl, Repräsentanten der Wissenschaft wie Fraunhofer Austria Chef Wilfried Sihn, Julia Wippersberg von der Universität Wien und Vertretern aus dem Bereich Wirtschaft wie Albert Lidauer vom Magna-Konzern oder Bettina Gneisz-Al-Ani (damals OMV) das Internationale Forum für Wirtschaftskommunikation, das sich mittlerweile als Dialogplattform für kritische Themen rund um Wirtschaft und Kommunikation etablieren konnte.  
 
HORIZONT online: Wie hat sich das Leistungsspektrum gewandelt?
 
Melzer: Das Leistungsspektrum einer PR-Agentur hat sich mit der Digitalisierung natürlich stark geändert. Aus verschiedensten Gründen ist es heute so, dass Führungskräfte und Meinungsbildner wieder verstärkt auf das persönliche Gespräch und exklusivere Informationen Wert legen. Diese Flucht vor Datenflut und Überwachungsstaat kommt unseren Kommunikationsmodellen, die wir z.B. in unserer "Chefsache Industrie 4.0", diversen Fach-Roundtable-Gesprächen in unserer Agentur, aber auch im IFWK realisieren, sehr zupass.
 
HORIZONT online: Gibt es besondere Erfolge, aber vielleicht auch Rückschläge, die Sie in Erinnerung haben?
 
Melzer: Die Wahrnehmung von Erfolg ist etwas sehr Subjektives. Am Schönsten fand ich es immer, wenn wir es schafften, mit eher sehr spezifischen Themen wie z.B. IT, Landmaschinen oder Logistikdienstleistungen "lustige" Geschichten für die breite Bevölkerung - z.B. im ORF - aufzubereiten. Rückschläge gab es natürlich auch. Besonders schmerzte mich, wenn ein Kunde, für den man sehr viel gemacht und sehr viel erreicht hatte, plötzlich aus heiterem Himmel kündigt. Aber das Schöne daran ist: es kam immer etwas Besseres nach!
 
HORIZONT online: Wie geht es der Agentur derzeit?

Melzer: Nach dem eher schlechten Jahr 2014 haben wir uns nicht nur sehr gut erholt, sondern sind mit zwei neuen Team-Mitgliedern im Wiener Büro für die kommenden Aktivitäten gut aufgestellt. 2015 ist bzw. wird das Jahr der Events und größeren Presseveranstaltungen. So zum Beispiel veranstalten wir im September in Deutschland ein Pressegespräch, kombiniert mit einer großen Maschinenvorführung für Fachjournalisten. In Sachen Team freut mich, dass wir seit einigen Monaten auf die Expertise der langjährigen OMV-Kommunikationschefin und FH-Professorin Bettina Gneisz-Al-Ani als Corporate Advisor zurückgreifen können. Im Eventbereich ist die Gründerin des Medienclubs, Martina Cejka, nun fix bei uns an Bord.
 
HORIZONT online: Abschließend - welche Ziele haben Sie sich für die Zukunft gesetzt?  
 
Melzer: Es gibt für mich eigentlich nur ein Ziel für jegliches Tun: die Welt ein bisschen besser zurückzulassen als man sie vorgefunden hat!
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