Mega-Etat: Jung von Matt/Donau holt sich Regi...
 
Mega-Etat

Jung von Matt/Donau holt sich Regierungsauftrag

Dragan Tatic / BKA
Bundeskanzler Sebastian Kurz (rechts) und Vizekanzler Werner Kogler bei einem Mediengespräch im Zuge der Regierungsklausur Ende April.
Bundeskanzler Sebastian Kurz (rechts) und Vizekanzler Werner Kogler bei einem Mediengespräch im Zuge der Regierungsklausur Ende April.

Laut HORIZONT-Informationen geht die Agentur als Sieger hervor. In der 30-Millionen-Euro-Ausschreibung kommen zudem zwei Bietergemeinschaften zum Zug.

Zwischendurch gingen verschiedene Akteure schon von einem Zuschlag Anfang Mai aus, geworden ist es im Endeffekt die in der Ausschreibung als Ziel genannte Kalenderwoche 22: Die Republik Österreich hat letzte Woche plangemäß den Zuschlag für die ausgeschriebene Rahmenvereinbarung für Kreativleistungen erteilt. Das Volumen für eine Laufzeit von vier Jahren: satte 30 Millionen Euro. Den Zuschlag hat nach HORIZONT-Informationen bereits letzte Woche Jung von Matt/Donau als Siegeragentur erhalten, die das auf Anfrage in Person von Geschäftsführer Fedja Burmeister am Mittwoch dieser Woche auch bestätigt. Die Agentur war schon bisher für die Regierung tätig, etwa über den Abwickler Rotes Kreuz mit der Corona-Kampagne. Branchenkenner hatten der Agentur von Anfang an sehr gute Chancen eingeräumt.

Zwei Bietergemeinschaften an Bord

Ebenfalls zum Zug kommen zwei weitere Bietergemeinschaften: einerseits die PKP BBDO gemeinsam mit Rosenberg GP sowie P8 Marketing gemeinsam mit HMT Marketing. PKP BBDO hatten einige auf der Rechnung, die Konstellation ist durchaus überraschend. HMT Marketing klingt nur auf den ersten Blick exotisch: Dahinter verbirgt sich die Agentur Heimat Wien. P8 Marketing hatten wohl auch nicht alle Kenner auf der Rechnung. Sie alle unterzeichnen jedenfalls entsprechende Rahmenvereinbarungen: Der Etat garantiert ja an sich keine fixe Beauftragung sondern Optionen, die bei Bedarf abgerufen werden können. Die Bundesbeschaffung GmbH (BBG) als abwickelnde Stelle der Ausschreibung schwieg Anfang letzter Woche auf HORIZONT-Anfrage noch zu Details und Zuschlag: Es handle sich um ein laufendes Verfahren, Fragen könne man erst danach beantworten. Nun bestätigt man die Vergabe samt Details auf Anfrage.

Die Gerüchte über den Mega-Etat hatten sich in den letzten Wochen jedenfalls intensiviert; auch, da der ebenfalls ausgeschriebene Media-Etat (Volumen: 180 Millionen Euro für vier Jahre) bereits Ende April vergeben worden war. Wie von HORIZONT berichtet sollen für den Kreativetat Jung von Matt, PKP BBDO und die Hirschen präsentiert haben. Der interne Zeitplan sah für die Präsentationen fünf Agenturen vor – über die zwei weiteren Bewerber und damit potentiellen Anwerber hüllt sich der Mantel des Schweigens. Das Interesse der heimischen Kreativagenturen dürfte jedenfalls groß gewesen sein: Laut HORIZONT-Informationen nahmen einige namhafte Agenturen teil und schieden teils bereits eine Runde davor aus.

Lob und Kritik

Die Ende 2020 verlautbarte Ausschreibung brachte jedenfalls jede Menge Öffentlichkeit mit sich: Kritiker bemängelten die Höhe der Etat-Volumina in der Gesamthöhe von 210 Millionen Euro, Befürworter sahen in der Ausschreibung selbst und der Vergabe an Mediaagenturen einen Schritt zu mehr Transparenz. Die Bundesbeschaffungs-Gesellschaft betonte schon im November, dass das Volumen von 30 Millionen Euro eine "maximale Obergrenze" für alle Ministerien und über die gesamte Legislaturperiode darstelle. Dieser Rahmen würde "wohl nur im Fall einer weiteren großen Krise" ausgeschöpft werden, so die BBG damals gegenüber der APA. Weiters begründete sie die Suche der Regierung nach einer Kreativagentur mit der Corona-Krise: Die Regierung habe keine geeignete Agentur unter Vertrag gehabt, daher sei es in der ersten Phase nicht möglich gewesen, eine Agentur für eine Informationskampagne zur Pandemie zu beauftragen.

Kampagnenleistungen dieser Art werden wohl auch noch in den nächsten Wochen das erste Briefing für die nun neu definierte Agentur-Konstellation darstellen. 
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