,Lobbying ist Interessenvertretung´
 

,Lobbying ist Interessenvertretung´

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Das Führungsteam von Kovar + Köppl Public Affairs Consulting: Mag. Klaus Weissmann, Mag. Heimo Gradischnig, Dr. Peter Köppl, Edith Hierzenberger, Andreas Kovar, Mag. Christian Thonke, Herr Walter Osztovics: „You Can´t Argue With Success”.
Das Führungsteam von Kovar + Köppl Public Affairs Consulting: Mag. Klaus Weissmann, Mag. Heimo Gradischnig, Dr. Peter Köppl, Edith Hierzenberger, Andreas Kovar, Mag. Christian Thonke, Herr Walter Osztovics: „You Can´t Argue With Success”.

Zehn Jahre am Puls von Politik und Wirtschaft – die Public Affairs Agentur Kovar & Köppl feiert Jubiläum - und rüstet auf für die Zukunft.

Pünktlich zum zehnjährigen Jubiläum verstärkt das Public Affairs Unternehmen Kovar & Köppl seinen Marktauftritt. Gegründet im November 2000 als Zwei-Mann-Unternehmen von Andreas Kovar und Peter Köppl, zählt die Agentur heute 20 Mitarbeiter, die rund drei Dutzend Klienten betreuen, überwiegend Unternehmen sowie Verbände und Interessensorganisationen.
Seit 2002 ist Walter Osztovics, profiliert als Journalist bei Wirtschaftswoche/Wochenpresse oder Die Zeit, dritter Miteigentümer und in der Geschäftsführung bei Kovar & Köppl.
Osztovics: „„Wir waren die letzten zehn Jahren sehr zurückhaltend, was unsere Öffentlichkeitsarbeit in eigener Sache angeht, so ganz gemäß dem Grundsatz ,You Can´t Argue With Success´ - ,Du kannst über Erfolg nicht streiten´. Aber man kann natürlich auch nicht ein erfolgreiches Beratungsunternehmen sein und völlig unbekannt sein“.

Mit 1. Oktober 2010 wurden vier langjährige Mitarbeiter zu Partnern gemacht, nämlich die Senior Consultants Klaus Weissmann, Heimo Gradischnig und Christian Thonke sowie die Finanzmanagerin Edith Hierzenberger. „Wir tragen damit dem unternehmerischen Denken unserer nunmehrigen Partner Rechnung“, betont Geschäftsführer Peter Köppl, „gleichzeitig bedeutet die Partnerschaft ein gegenseitiges Commitment für eine gemeinsame weitere Aufbauarbeit."
Des weiteren wurde Martina Dafinger - seit 2006 im Unternehmen – zum Senior Consultant ernannt und künftig vor allem Projekte in ihren Schwerpunktbereichen CSR – Corporate Social Responsibility - und Issue Management leiten.
Schließlich wurde mit dem erfahrenen Kommunikationsmanager und Politprofi Alfred Ruhaltinger (zuletzt Leiter der Externen Kommunikation in der ÖBB Holding) ein neuer Associate Partner an Bord geholt.  

Was ist „Public Affairs“?
Die Geschichte der ersten zehn Jahre von Kovar & Köppl ist gekennzeichnet von stetigem Wachstum, aber auch von grundlegender Aufbauarbeit. Als Peter Köppl und Andreas Kovar im Jahr 2000 als Zwei-Mann-Unternehmen starteten, war der Begriff „Public Affairs“ in Österreich so gut wie unbekannt. Es galt, einen Markt zu entwickeln, der in dieser Form erst in Ansätzen vorhanden war. Peter Köppl kam von einem Aufenthalt in den USA zurück, wo er an der George Washington University „Political Management“ studiert hatte. Andreas Kovar war bis 1999 für das Liberale Forum im Österreichischen Nationalrat und im EU-Parlament tätig gewesen. Gemeinsam entwickelten sie die Idee, im Kammer- und Verbändestaat Österreich professionelles Lobbying nach angelsächsischem Vorbild anzubieten.

„Wir haben in unseren Anfängen sehr wohl versucht, die Abgrenzung zur PR eher zu betonen. Inzwischen ist das nicht mehr notwendig. Vor fünf, zehn Jahren gab es rund um den Begriff „Lobbying“ noch sehr viel Verwirrung um die Methodik“, erinnert sich Osztovics im Gespräch mit HORIZONT. „Wir haben doch sehr viele Projekte, wo die mediale Kommunikation eben nicht im Vordergrund steht bis hin zu Projekten, wo es darum geht, Medien eher draussen zu halten. Das ist nicht Unanständiges oder heisst, dass da Gemauschelt würde – man kann komplexe Themen einfach leichter diskutieren, wenn man das in einer ruhigen Atmosphäre tun, jenseits der Schlagzeilen. Deshalb haben wir lange, etwas zugespitzt, gesagt: Public Affairs ist das Gegenteil von PR. Während der PRVA durchaus fordernd die Position vertreten hat, Public Affairs wäre eine Unterdisziplin. Dieser Streit um Definitionen oder Abgrenzungen ist in der Praxis natürlich völlig irrelevant, weil jeder Auftraggeber weiss, was was ist. Es gibt immer wieder Aufträge für Kunden, wo wir neben einer Werbe- oder PR-Agentur arbeiten. Es geht also auch ein wenig um Deutungshoheit“, meint Osztovics.
So will Osztovics die aktuelle Umfrage des PRVA „Das Image der PR in Österreich" auch nicht weiter kommentieren (die PRVA-Mitglieder schätzen folgendermassen: „Das Image von Lobbying wird von der Branche als eher schlecht eingeschätzt. Jede/r zweite (54,2 Prozent) sieht Lobbying als Bestandteil der PR, knapp 44 Prozent als eigene Disziplin“).
Letzteres ist naturgemäß das Geschäft einer Public Affairs Agentur. Public Affairs heisst nun was – keine oder kaum Medienarbeit im Gegensatz zur klassischen PR, die ihre Öffentlichkeit vor allem über Medien definiert?

Wegbereiter, Abgrenzung 
„Die einfachste und allgemeinste Antwort lautet: Lobbying ist Interessensvertretung“, definiert Osztovics. Und: „Lobbying besteht darin, dass ein Unternehmen oder eine Organisation seine Interessen gegenüber der Politik vertritt. Das ist nun nicht nur per se etwas legitimes sondern zählt zum innersten Wesen der Demokratie – dass jeder seine eigenen Interessen vertritt. Natürlich kommt es auf das Wie an.
Leider wird – nicht nur hier in Österreich, aber hier besonders gerne – behauptet, dass Lobbying sich in einer sogenannten Grauzone zwischen legitim und illegitim abspielt. Das ist definitiv nicht der Fall, zumindest bei Kovar + Köppl Public Affairs: Lobbying ist per se diskret – und ich verstehe schon, dass es problematisch erscheinen mag, wenn hinter verschlossenen Türen etwas ausgemacht wird. Aber: Lobbying arbeitet nicht in einer Grauzone.
Es ist auch gesetzlich sehr klar definiert, was erlaubte Interessensvertretung ist und was Korruption ist. Oder Parteienfinanzierung. Die ist erlaubt und in einer Demokratie auch wünschenswert. Wenn ich aber eine Partei unterstütze und dafür eine Gegenleistung kriege – dann ist das Korruption. Und das ist gesetzlich eindeutig geregelt“, grenzt Osztovic ab.
Denn: „Eines muss immer klar sein: Lobbyisten sind nicht die politischen Entscheider und haben als politische Entscheidungsträger nichts verloren. Aber gute Lobbyisten können sehr wohl gute Arbeit als Politikberater leisten. Wenn ein Lobbyist sein Ziel erreichen will, die Interessen seines Auftraggebers zu vertreten, dann muss er vor allem auch Fakten auflisten – sowohl im Sinne seiner Interessensvertretung, die wird er natürlich hervorheben, als auch die dagegen sprechen. Dieses Einbringen von Fakten verbessert in der Regel den Informationsstand der politischen Entscheidungsträger.“ Nachsatz, anschaulicher: „Von John F. Kennedy gibt es das Zitat, dass er, wenn er über ein Thema informiert sein wolle, nur die Lobbyisten der verschiedenen Interessenten an einen Tisch bringen müssen… .“  

Expansion: „Public Affairs Alliance“
Zu den Aktivitäten des Jubiläumsjahres gehört vor allem auch der Gang auf den deutschen Markt. Schon im Frühjahr 2010 wurde eine Niederlassung in Berlin gegründet, die von der deutschen Public Affairs Expertin Sandra Busch-Janser geleitet wird. Kovar & Köppl reagiert mit der Eröffnung dieses Berliner Büros auf die wachsende Nachfrage nach Public Affairs-Dienstleistungen aus dem Nachbarland sowie auf die immer stärker werdenden internationalen Verflechtungen in der Wirtschaft, die sich im Bedarf nach grenzüberschreitend vernetztem Public Affairs-Management niederschlagen.

Welche Rolle spielt die EU für eine Public Affairs Agentur? Osztovics: „Die Pharmabranche und die Energiewirtschaft, beispielsweise, sind sehr stark von Entscheidungen auf EU-Ebene abhängig. Da geht es beispielsweise bei Aufträgen darum, herauszufinden, was die übernächste EU-Präsidentschaft vorhat, um rechtzeitig dabei zu sein. Das Lobbying-Geschäft wird im EU-Europa, was die Auswirkungen angeht, zu wohl 80 Prozent von Entscheidungen, die in Brüssel fallen, beeinflusst – im Sinne von Brüssel mitdenken. Aber es ist wesentlich seltener, dass die Aufgabestellung darin besteht, in Brüssel direkt etwas zu bewirken. Dazu kommt, dass die österreichische Wirtschaft mittlerweile, was Interessensvertretungen in Brüssel angeht, sehr gut aufgestellt ist.“

Neben Deutschland ist Kovar & Köppl auch in Brüssel und Zürich „vernetzt“: „Wir haben eine Partneragentur in Brüssel, EACON vom gebürtigen Österreicher Martin Säckl und sind somit auch in Brüssel vertreten. In Zürich besteht eine ebenso enge Kooperation mit Fredy Müller. Beide kennen wir schon länger und nun machen wir diese Kooperation auch offiziell in Form eines gemeinsamen Marketing unter der Bezeichnung „Public Affairs Alliance“, kündigt Osztovics an.  

Wirtschaft + Politik
„Wir verstehen uns als Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Politik“, definiert Andreas Kovar, „gutes Lobbying ist sowohl Interessensvertretung für die Anliegen der Unternehmen als auch Beratung der Politik mit dem Ziel einer besseren Gesetzgebung.“ Und Osztovics ergänzt: „So könnte man das sehen – sehr oft ist die Zielgruppe, an die sich die Kommunikation richtet, nicht größer als zehn, fünfzehn Personen. Ein anderer Unterschied besteht darin, dass in unserem Bereich in der Regel Projekte und Kunden nicht weiter groß kommuniziert werden. Was bei Projektabschlüssen sehr wohl passiert, ist, dass wir nach Projektabschlüssen Case Studies oder ähnliches veröffentlichen und so Projekte und Kunden sichtbar werden. Wir sind als Public Affairs Agentur mit Rechtsanwälten vergleichbar: Es ist zwar nicht geheim, was er für wen macht, aber aus Prinzip wird über die Art der Tätigkeit nicht gesprochen.“

Hajek + Webauftritt
Zum Leitgedanken der qualitativ hochwertigen Analyse und Strategieberatung „made by“ Kovar & Köppl gehört auch die Vernetzung mit zwei Schwester-Gesellschaften, die jeweils durch 50-Prozent-Beteiligungen mit Kovar & Köppl verbunden sind: Peter Hajek Public Opinion Strategies deckt den Bereich Markt- und Meinungsforschung ab, stohlmann communication strategies den Bereich PR und Medienkommunikation.

Last but not least geht im Dezember ein überarbeiteter Webauftritt on air (www.publicaffairs.cc): „Mit der neuen Website wollen wir zusätzliche Informationen anbieten und Interesse wecken. Beispielsweise die Wahlanalysen, die Hajek nach jeder Wahl macht – die Kampagnenanalyse beispielsweise jetzt drauf und wir analysieren, was das für die Public Affairs bedeutet“.

Ausblick: Für die Zukunft hat sich das Team von Kovar & Köppl nicht nur Internationalisierung – Stichwort „Public Affairs Alliance“ und den weiteren Ausbau der Marktposition vorgenommen, sondern will auch eine „offene Debatte über Qualität und Transparenz im Lobbying“ anstoßen, sagt Peter Köppl: Denn „hier hat die heimische Branche starken Nachholbedarf.“

Langfassung des Beitrags aus HORIZONT 50-2010.
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