Life-Ball-Kampagne: Die Story hinter 'My stor...
 

Life-Ball-Kampagne: Die Story hinter 'My story'

Life Ball 2018/Rankin
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Lukas Grossebner von Merlicek & Grossebner schildert HORIZONT die Geschichte hinter der Life+ Kampagne. Und: Wie diese nach dem Life Ball sichtbar bleiben soll.

Der Life Ball ist am 2. Juni zum bereits 25. Mal erfolgreich über die Bühne vor dem Wiener Rathaus gegangen. Auch die Zuseher zuhause vor dem Bildschirm hat’s gefreut: Mit bis zu 589.000 ORF-Zuschauern und im Schnitt 24 Prozent Marktanteil erreichte der Life Ball dieses Jahr ein größeres TV-Publikum als im Vorjahr. Verantwortlich für die „Know your status“-Kampagne 2018 zeichnete pro bono Merlicek & Grossebner. „Wir wurden vom Life Ball gebeten, uns Gedanken zur diesjährigen Kampagne zu machen“, skizziert Agenturpartner Lukas Grossebner im Gespräch mit HORIZONT. Bei einem Meeting im Vorfeld war entschieden worden, die „I know my status“-Kampagne aus dem Vorjahr weiterzuführen.

Neben Model Eva Herzigova ziert auch der Künstler und frühere Pornostar Aiden Brady die Sujets. „Gery hat uns von Aidens Geschichte erzählt, dass er in den 80-ern Pornos gedreht hat und sich so mit dem HI-Virus infizierte. Eine aufwühlende und gleichzeitig sehr beeindruckende Geschichte. Und nach einigen Tagen wurde schnell klar, dass diese ‚Geschichten‘ der Aufhänger werden sollten. So kam es zu ‚I know my story, I know my status‘“, wie Grossebner die Enstehungsgeschichte der „Geschichten auf der Haut“ ausführt (siehe Bild).

Nur wer ehrlich mit seiner Lebensgeschichte umgehe, könne wissen, ob er sich dem Risiko ausgesetzt habe. Schließlich sei Grossebner ein altes Lou-Reed-Cover in den Sinn gekommen, mit dem Stefan Sagmeister bekannt geworden sei. „Dieses diente uns als Mood. Denn wie kann man die eigene Geschichte am Besten nach außen kehren? In dem man sie auf der Haut trägt.“ Merlicek & Grossebner schickten ihre ersten Layouts dann an Starfotograf Rankin, der mit seiner Interpretation startete.

'Sehen keine großen Parallelen'

Vorwürfen von einigen Usern auf der Life-Ball-Facebook-Seite, wonach die Fotos einem Entwurf einer NDU-Studentin ähneln, die 2017 Sujets für die Life-Ball-Weinetiketten eingereicht hatte, kann Grossebner nichts abgewinnen. Die Etikettenentwürfe zeigten damals Menschen mit Body Tattoos in Schwarz-Weiß. Aufhänger der „I know my story“-Kampagne sei hingegen die Story, die nach außen gekehrt werde, so Grossebner. „Keiner unserer Art Direktoren kannte die Kampagne besagter Studentin, woher auch? Noch sehen wird da große Parallelen, zumal Schrift auf Körper nichts neuartiges ist. Es gibt dafür sogar einen Namen: Bodypainting.“

Auch wenn es sich auf dem Ball für heuer ausgetanzt hat, das Anliegen rund um Gery Keszlers Verein Life+ bleibt im Wiener Stadtbild sichtbar. Bis Ende 2018 sind in Kooperation mit Kulturformat by Gewista 1.500 Plakate der „I know my story“-Kampagne zu sehen. Ebenso wird ganzjährig eine ULF-Straßenbahngarnitur auf Wiens Straßen unterwegs sein – ebenfalls mit Ganzkörper-Painting. 

Life Ball 2018/Rankin
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