Keine Gerechtigkeit für Journalisten
 

Keine Gerechtigkeit für Journalisten

Eine weltweite Kampagne des Internatonalen Presse Instituts soll auf die Mißstände von Reportern aufmerksam machen.

Unter dem Motto "Justice denied", was soviel heißt wie "Gerechtigkeit verweigert" stellt das International Press Institute (IPI) seine neuen Kampagne vor. Damit soll weltweit Gerechtigkeit für Journalisten gefordert werden. Schicksale von inhaftierten oder attackierten Reportern sollen im Zuge der Kampagne in Medien veröffentlicht werden. Anschließend will die Organisation die Verantwortlichen in den jeweiligen Ländern dazu bringen, sich für die gerechte Behandlung der Journalisten einzusetzen, so David Dadge, Direktor des IPI, bei einer Pressekonferenz am 12. November in Wien.

In aller Welt würden Journalisten routinemäßig bestraft, nur weil sie ihren Job machen, meint Dadge. Allein im Jahr 2007 seien 93 Journalisten getötet worden, heuer bisher 37. Dutzende seien weltweit inhaftiert, meist beschuldigt, den Ruf der Nation beleidigt oder Staatsgeheimnisse verbreitet zu haben. "Es ist nicht so, dass das Leben eines Journalisten für uns mehr wert wäre als jenes eines normalen Bürgers", erklärt Dadge. "Doch es gibt eine Verbindung zwischen Journalisten und dem Zugang zu Information für die Öffentlichkeit - die Inhaftierung eines Journalisten verweigert den Menschen ihr Recht auf Information."

Ziel sei es, die Verantwortlichen dazu zu bringen, alte Fälle neu aufzurollen und eine gerechte Gerichtsverhandlung abzuhalten. Außerdem will man die Regierungen in den betroffenen Staaten überzeugen, längst ad acta gelegte Mordfälle aufzuklären. Dabei hoffe man auch auf die Unterstützung von Intergovernmental Organisations wie der UNO und der EU.
(Quelle: APA)

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