,Internet 2017 größtes Werbemedium‘
 

,Internet 2017 größtes Werbemedium‘

#

ZenithOptimedia AEF für das zweite Quartal: In der Eurozone wachsen Netto-Werbespendings um zwei Prozent – Österreich bleibt 2015 unter einem Prozent

Dieser Artikel erschien bereits am 26. Juni in der HORIZONT-Printausgabe 26/2015. Hier geht's zur Abo-Bestellung.

Ist eine saftige Schlagzeile: Der neue Advertising Expenditure Forecast (AEF) von ZenithOptimedia prognostiziert, dass das Internet im Jahr 2017 das größte Werbemedium in insgesamt zwölf der weltweit wichtigsten Märkte sein wird. In vier Schlüsselmärkten wird Internetwerbung sogar mehr als die Hälfte des gesamten ­Werbevolumens ausmachen. Global ­betrachtet bleibt Internetwerbung noch nach TV auf dem zweiten Platz, allerdings mit deutlich verringertem Abstand. In Großbritannien soll der Internet-Marktanteil bereits 2015 die 50-Prozent-Schwelle übersteigen, in Dänemark und Schweden 2016, China soll im Jahr 2017 folgen.
Seit 1987 veröffentlicht die weltweit tätige Mediaagenturgruppe Zenith­Optimedia quartalsweise im AEF eine Einschätzung der Entwicklung der Netto-Spendings der Werbeträger – derzeit für 79 Märkte. Demzufolge soll in Deutschland das Nettovolumen der Onlinewerbung mit 5,14 Milliarden Euro jenes der Tageszeitungen mit 4,74 Milliarden Euro übertreffen – ­unter Onlinewerbung subsumiert ­ZenithOptimedia für Deutschland die Netto-Spendings für Display/Bewegtbild DTP und Mobile, Search und Classifieds (Kleinanzeigen).

Zeitungen in Österreich weiter vorn

„In Österreich stellt sich die Situation, auch infolge einer anderen Ausgangslage, etwas anders dar“, stellt dazu ­Erwin Vaskovich, CEO ZenithOpti­media Österreich, fest. „Internet ist auch hierzulande ganz klar der am schnellsten wachsende Werbeträger, aber von einer Dominanz des Marktes ist Internet noch weit entfernt. Digitale Werbung (Display und Search, Anm.) wird weiter im zweistelligen Bereich wachsen und unserer Einschätzung nach im Jahr 2015 in Österreich einen Werbemarktanteil von knapp 20 Prozent erreichen. Damit wird Internet 2015 nahezu mit TV gleichziehen, bis 2017 wird Internet vor TV liegen. Aber die mit ­Abstand größte Werbeträgergruppe bleibt bis auf Weiteres trotz kontinuierlicher Markanteilsverluste in Österreich die der Zeitungen.“

Für den globalen Werbemarkt ­prognostiziert ZenithOptimedia für 2015 ein Wachstum von 4,2 Prozent der realen Spendings; für die Eurozone knapp über zwei Prozent und für Deutschland plus 2,2 Prozent. Die Eurozone-Benchmark wird Österreich allerdings weit verfehlen, analysiert Vaskovich: „Die Werbekonjunktur in Österreich koppelt sich momentan ebenso wie die gesamtwirtschaftliche Situation von der Entwicklung in vergleichbaren Märkten der Eurozone, vor allem Deutschland, ab. Aus heu­tiger Sicht erwarten wir für 2015 im besten Fall ein reales Wachstum von deutlich unter einem Prozent“, stellt Vaskovich fest, das liegt unter den jüngsten Erwartungen. „Eine Rückkehr zu Wachstumsraten von über einem Prozent ist nicht vor 2016 zu erwarten“
stats