Havas an Grey-Übernahme interessiert
 

Havas an Grey-Übernahme interessiert

Gemeinsam mit bislang ungenannt gebliebenen Partnern will Havas Advertising die finanziellen Mittel aufbieten, um Grey zu übernehmen.

Die französische Werbeholding Havas Advertising (Euro RSCG Worldwide, Media Planning Group, Arnold Worldwide Partners, Brann Worldwide und weitere) hat ihr Interesse an der Übernahme der Grey Global Group signalisiert. Grey hatte Ende Juni die Investmentbanken Goldman Sachs und JP Morgan Chase beauftragt, strategische Optionen zu prüfen, darunter auch den Verkauf des 1917 gegründeten Netzwerks. Grey ist mit dem Werbeagentur-Network Grey Worldwide und dem Mediaagentur-Network MediaCom sowie einigen Spezialagenturnetzuwerken (Grey Healthcare, Grey Interactive, G2, GCI, Grey Direct und weitere) die größte Agenturgruppe weltweit, die noch unter kein Holdingdach geschlüpft ist. Als mögliche Kandidaten für den Kauf wurden zuerst die britische WPP und die französische Publicis Groupe ins Spiel gebracht. Publicis Chairman und CEO Maurice Levy hatte allerdings in einem Interview mit der französischen Tageszeitung "Le Figaro" signalisiert, dass er kein Interesse an einer Grey-Übernahme hätte, allerdings eingeräumt, dass einzelne Teile von Grey für seine Gruppe durchaus interessant wären.



Und nun hat sich eben Alain de Pouzilhac, der Chairman von Havas Advertising zu Wort gemeldet und gemeint, dass seine Holding um die Grey Global Group mitbieten werde. Gegenüber "Le Figaro" erklärte de Pouzilhac, dass Havas Advertising gemeinsam mit bislang ungenannt gebliebenen Partnern die finanziellen Mittel aufbieten könnte, um Grey zu übernehmen: "Ich bestätige unser Interesse an Grey. Grey ist in Bereichen stark, in denen wir nicht so stark sind und umgekehrt."

Die Grey Global Group wird nach wie vor vom 77-jährigen Vorstandschef Ed Meyer geführt, der auch die Aktienmehrheit an der US-Agenturgruppe hält. Dem Vernehmen nach hat sich Ed Meyer generell mehr Interesse von Seiten der großen Holdings an seiner Agenturgruppe ausgerechnet. Vergangene Woche ließ Grey verlauten, dass man jedenfalls nicht daran denke, die Gruppe zu filettieren. Ausserdem müsse Grey nicht um jeden Preis verkaufen.



Weitere Optionen sind eine Übernahme durch die WPP, die angeblich gerade dabei ist, ein Angebot vorzubereiten, sowie ein Mangement-Buyout US-amerikanischer Grey-Manager.

(max)

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