Fachverband verspricht "heißen Herbst"
 

Fachverband verspricht "heißen Herbst"

Mit der Ankündigung eines Aktionsplans zur Abschaffung der Werbesteuer und der Präsentation eines Dreiervorschlags für den ORF-Publikumsrat, verschafft sich der Fachverband Gehör.

Es könne nicht angehen, trommelt Walter Ruttinger, Präsident des Fachverbandes Werbung und MArktkommunikation, im Rahmen einer Pressekonferenz, dass auf eine Branche, deren gesamtes Marktvolumen rund 60 Milliarden Schilling ausmacht (zirka 2,2 Prozent des BIP), so wenig Rücksicht genommen werde. Ein Dorn im Auge sind ihm dabei in erster Linie die Werbesteuer und der ORF-Publikumsrat. Mit dem Hinweis "Wir (d.s. die Mitglieder des Fachverbandes Werbung & Marktkommunikation) bestreiten rund die Hälfte des ORF-Budgets" fordert Ruttinger die umfassende Berücksichtigung der Standesvertretung im ORF-Publikumsrat. Dafür wurde ein Dreier-Vorschlag nominiert, der aus Ruttinger selbst, seinem Stellvertreter Hannes Handle und Paul Schauer als Berufsgruppenobmann der Werbeagenturen besteht.



In Sachen Werbeagabe erinnert Ruttinger an die Regierungserklärung vom Februar 2000, wo deren "ehebaldigste Abschaffung" festgeschrieben steht. Die bevorstehende WWT (6. und 7. September 2001) soll der Startschuss für einen großangelegten Aktionsplan sein, wobei Ruttinger im wesentlichen auf politisches Lobbying setzt. Unterstützung findet Ruttinger (der auf einem Wirtschaftsbund-Mandat gewählt ist) im Vizepräsidenten der Wirtschaftskammer Österreich Matthias Krenn (FPÖ), der zusicherte, dass "die Werbeabgabe im Zuge der geplanten Steuerreform eine wesentliche Rolle" spielen werde.



Frühestens 2003 darf mit der Abschaffung der Werbeabgabe gerechnet werden, die gegenwärtig mit Belastungen in der Höhe von 1,2 Milliarden Schillling zu Buche schlägt. Für ein allfälliges Szenario, wie es mit der österreichischen Werbelandschaft weitergeht, wenn die Werbesteuer nicht bis spätestens 2005 abgeschafft werden sollte, fand Josef Leitner von Media Focus Research dramatische Worte. (spr)

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