EU verordnet ehrliche Werbung
 

EU verordnet ehrliche Werbung

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Bild: APA
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Fluggesellschaften müssen zukünftig in ihrer Werbung alle zusätzlichen Kosten offen legen.

Slogans wie „Reisen zum Nulltarif“ dürften nach einem Urteil aus Straßburg der Vergangenheit angehören: Dort verabschiedete das Europäische Parlament nämlich eine Verordnung, die es verbietet mit unvollständigen Preisangaben zu werben. "Der zu zahlende Endpreis ist stets auszuweisen und muss den anwendbaren Flugpreis ... sowie alle anwendbaren Steuern und Gebühren, Zuschläge und Entgelte, die unvermeidbar und zum Zeitpunkt der Veröffentlichung vorhersehbar sind, einschließen", heißt es im Verordnungstext. Gerade bei vermeintlichen Billigangeboten wurden bislang Zusatzkosten wie Steuern, Flughafengebühren oder andere Aufschläge in der Werbebotschaft oftmals nicht berücksichtigt. So mussten Verbraucher meist tiefer in die Tasche greifen, als in der Werbung angepriesen. Auch die Kosten für Wahlleistungen wie das Mitnehmen zusätzlicher Gepäckstücke oder eine Reiserücktrittversicherung müssen vor der Buchung aufgeführt werden. Die Verordnung tritt in Kraft, sobald sie im EU-Amtsblatt veröffentlicht wird (voraussichtlich Ende September).  Die neuen Vorschriften stellen klar, dass Fluggesellschaften bei der Veröffentlichung ihrer Angebote auch im Internet von Anfang an den Endpreis angeben müssen. „Es ist irreführend, für Flüge zum Preis von ein oder zwei Euro zu werben, wenn die Kosten tatsächlich viel höher sind“, begründet der zuständige Berichterstatter des Parlaments, der litauische Liberale Arunas Degutis, die neue Regelung.


Quelle: Straßburg (AP)

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