Dentsu und media.at: Vertrag unterschrieben!
 

Dentsu und media.at: Vertrag unterschrieben!

dentsu aegis/media.at
Die Übernahme bedarf allerdings noch einer zusammenschlussrechtlichen Genehmigung der Bundeswettbewerbsbehörde BWB.
Die Übernahme bedarf allerdings noch einer zusammenschlussrechtlichen Genehmigung der Bundeswettbewerbsbehörde BWB.

Das Dentsu Aegis Network hat eine Vereinbarung zum Erwerb der Mediaagentur media.at unterzeichnet. Es folgt die Anmeldung bei der BWB.

Knapp über ein Jahr herrschte Ungewissheit, nun steht fest: Das Dentsu Aegis Network will Österreichs zweitgrößte Mediaagentur media.at übernehmen. Das bekundeten beide Unternehmen in einer dieser Woche unterzeichneten Vereinbarung zum 100-prozentigen Erwerb.

Die Übernahme bedarf allerdings noch einer zusammenschlussrechtlichen Genehmigung der Bundeswettbewerbsbehörde BWB, eine entsprechende Anmeldung lag zu Redaktionsschluss noch nicht vor.„Die media.at-Gruppe wird nach Vorliegen der wettbewerbsrechtlichen Genehmigung in die Dentsu-Gruppe integriert“, kommunizierte media.at-Geschäftsführer Andreas Knie in einem Schreiben, das HORIZONT vorliegt.

„Damit kann unsere lokale Marktposition für zukünftige Herausforderungen noch weiter gestärkt werden und so das Angebot, vor allem im digitalen und Datenbereich, für alle Kunden noch besser ausgebaut werden“, so Knie weiter. 

Eine globale Größe

Das Dentsu Aegis Network beschäftigt in Österreich 170 Mitarbeiter und beheimatet die Mediaagenturen Carat und Vizeum, die Mobile-Spezial­agenturen IQ mobile und Dentsu media, die Search- und Performance-Agentur iProspect, Isobar als Digital­agentur, The Story Lab für Content Marketing und Amnet Central für den Bereich des Programmatic Advertisings.

Das übergestülpte internationale Network sitzt in London und entstammt dem Zusammenschluss von Aegis Media und Asiens größter Werbeagentur Dentsu im März 2014. Die Gruppe hielt 2014 am weltweiten Markt der Mediaagentur-Networks (also ohne den Independents) einen Anteil von 13,4 Prozent laut den aktuellst verfügbaren RECMA-Daten; die Overall Activity Billings betrugen knapp über 46 Milliarden US-Dollar.

Hierzulande verantwortete Dentsu Aegis im abgelaufenen Jahr 2016 laut Marktforscher Focus Bruttospendings von rund 214 Millionen Euro.

Eine lokale Besonderheit

Die media.at ist in ihrer Historie als 1975 gegründete Omnimedia eine untypische Agentur-Konstellation: einerseits ist sie derzeit eine der wenigen im österreichischen Besitz befindlichen Mediaagenturen, andererseits ist sie die einzige, die im Eigentum ihrer Kunden steht – siehe Grafik unten.

Der Verkaufsprozess wird vom Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen KPMG begleitet, bei den Eigentümern galten vor allem Bawag und A1 auf Grund internationaler Vorgaben beziehungsweise der Konzernstrategie als Treiber des Verkaufs. Dieser stand schon im August 2015 und vor fünf Jahren im Raum.

Der Großteil der Agentur-Etats – Branchenkenner schätzen 50 bis 70 Prozent – ist den vier Eigentümern zugehörig; der restliche Kundenstamm ist geprägt von anderen Großkunden wie Hofer oder kika Leiner. Laut Compass Firmenbuch erzielte die media.at-Gruppe im Geschäftsjahr 2015/16 einen Umsatz von 122,88 Millionen Euro und ein EGT von 4,28 Millionen Euro.

Die media.at verantwortete im Jahr 2015 laut Focus-Brutto-Spendings von etwas über 382 Millionen Euro (neuere Daten liegen nicht vor). Zur Agenturgruppe gehören die 100-prozentigen Töchter OmniMedia und mediastrategen (ehemals MediaSelect) sowie die Digitalagentur pilot@media.at; ein als Joint Venture mit der deutschen pilot Hamburg gegründetes Unternehmen, an dem die media.at im November 100 Prozent der Anteile übernommen hat.

Österreichs Agenturlandschaft

Im heimischen Mediaagenturenmarkt ist die media.at bezogen auf Bruttovolumina die zweitgrößte Agentur, allerdings für das abgelaufene Jahr 2016 nicht mehr ausgewiesen. Größte Agentur des vergangenen Jahres (laut Focus/Medianet) war die MediaCom mit 534 Millionen Euro an Bruttospendings, gefolgt von OMD mit 292 Milllionen Euro, Mindshare mit 274 Millionen Euro und IPG mit 265 Millionen Euro.

Dahinter folgt das Dentsu Aegis Network mit eben rund 214 Millionen Euro. Mediacom, Mindshare sowie MEC (rund 165 Millionen Euro) und Maxus (rund 38 Millionen Euro) gehören der GroupM an. 
stats