Demner: Kein Negativ-Campaigning
 

Demner: Kein Negativ-Campaigning

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Mariusz Jan Demner (c)Demner, Merlicek & Bergmann
Mariusz Jan Demner (c)Demner, Merlicek & Bergmann

Im Hinblick auf die Neuwahlen im September will Demner den SPÖ-Spitzenkandidaten Faymann keinen Schmutzkübelwahlkampf aussetzen.

Für SP-Werber Mariusz Jan Demner wird der Wahlkampf angesichts des Rückstandes der SPÖ ein "gewaltiger Kraftakt". Eine Negativ-Kampagne soll es aber ebenso wenig geben, wie das "pure Napalm" des Wahlkampfs 2006, versichert Demner im Gespräch mit der APA: "Ich handle nicht mit Napalm, ich handle mit Ideen." Für ihn ist es zwar der erste Wahlkampf, mit politischer Werbung habe er aber  ein Jahrzehnt Erfahrung, betont Demner - etwa die Regierungs-Kampagne zur EU-Volksabstimmung 1994 oder jene der Nationalbank zur Euro-Einführung 2002.



Dass SP-Spitzenkandidat Werner Faymann für viele noch ein unbeschriebenes Blatt ist, sieht Demner positiv: "Der scheinbare Nachteil, dass Faymann noch nicht so bekannt ist, ist ein Vorteil, weil er sehr glaubwürdig für einen deutlichen Wechsel in der SPÖ steht." Faymann sei eben "ein Macher, der nicht viel geredet hat, der auch bis dato beim Koalitionspartner angesehen war". Diese Stärken werde man herausstreichen und ihn als Menschen darstellen, "der den Dingen offen gegenübersteht, der einem zuhört, sehr überlegt seine Entscheidungen trifft und Firlefanz und Talmi verabscheut".



Eine Negativkampagne soll es nicht geben, versichert Demner. "Ich halte vom Negative Campaigning überhaupt nichts. Die Leute sind verwirrt genug, es kommt eine Vielzahl von Kandidaten auf sie zu, also werden sie sich nach Orientierung sehnen." Außerdem wäre es gefährlich, einen Kandidaten, dessen Profil noch nicht so ausgeprägt ist, in einen Schmutzkübelwahlkampf zu werfen. "Da patzt man ihn eher an."



Dass Demner für die SPÖ erstmals einen Wahlkampf betreut, begründet er mit den "verlockenden Arbeitsbedingungen", die ihm Faymann zugesagt habe: "Wir werden unsere Vorschläge nicht irgendwelchen Gremien präsentieren müssen, sondern es ist ausschließlich seine Sache, diese Dinge mit seinem engeren Team zu diskutieren." Außerdem sei es ihm ein persönliches Anliegen, zu verhindern, dass die SPÖ in Richtung FPÖ "ausblutet" und der Bundespräsident dann "keine Alternative hat, als vielleicht Herrn Strache mit einer Regierungsbildung zu beauftragen".



Die neue EU-Linie der SPÖ habe ihn anfangs "stutzig gemacht", gesteht Demner ein. Schließlich habe er mit den Europa-Kampagnen jahrelang um das europäische Bewusstsein der Österreicher geworben. Allerdings habe er diese Frage mit Faymann "intensiv diskutiert" und der SP-Chef vertrete eine "durchaus respektable Position": Er sei "voll und ganz für die EU", wolle aber eben "eine EU für die Menschen und nicht bloß für die Konzerne", so Demner. "Vielleicht ist das im Licht dieser Briefschreiberei nicht ganz rübergekommen."


(Quelle: APA)

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