"Das neue Kindergeld ist da!"
 

"Das neue Kindergeld ist da!"

BMWFJ und Agentur HQU (Headquarter Wien/Innsbruck) promoten stimmungsvoll "Das neue Kindergeld".

Laut am 21.12. veröffentlichter Studie (siehe Auszug nachstehend) wünschen sich Herr und Frau Österreicher im Durchschnitt mindestens zwei Kinder. Die Realität sieht anders aus, im Durchschnitt bleibt es bei einem Kind (statistisch: 1,4).



Dem will die amtierende Koalition mit dem "Neuen Kindergeld" entgegensteuern - und Anreize zum Kinderkriegen schaffen. Mit Anfang Dezember gibt es zum Thema "Das neue Kindergeld ab 2010" eine Kampagne des BMWFJ Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend, die auf Plakaten und Anzeigen informiert und im Werbe-TV (auf Kundenwunsch nur in den privaten Sendern!) Stimmung machen soll: "Ich weiss, das neue Kindergeld ist da" beantwortet der junge Mann die unausgesprochene Frage seiner Frau/Freundin im Spot.



Das neue Kinderbetreuungsgeld bietet neben den bisherigen Varianten ab 2010 auch eine einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld-Variante. Paare sollen sich nicht aufgrund von finanziellen Überlegungen davon abhalten lassen, über einen Kinderwunsch nachzudenken. Durch das neue Kinderbetreuungsgeld sollten, so die minsteriellen Überlegungen, die finanziellen Voraussetzungen für ein Leben mit Kind geschaffen werden. Und zwar so, dassVäter wie Mütter beim Kind zu Hause bleiben können: Sie erhalten 80 Prozent des letzten Nettoeinkommens(mind. 1.000 Euro/maximal 2.000 Euro pro Monat) für 12 + 2 Monate (bei Inanspruchnahme durch beide Elternteile).Es gehe vor allem auch darum, den Eltern Wahlfreiheit zu geben, welche Variante die beste für ihre individuellen Bedürfnisse ist (um diese "Wahlfreiheit" wurde koalitionär lange gerungen).



Neben Plakaten und einer breit angelegten Anzeigenkampagne, die das Thema emotional aufbereiten, soll der TV Spot die Lust zum Kinderkriegen dramatisieren - denn, so das BMWFJ, "die Entscheidung für ein Kind soll nicht von finanziellen Überlegungen abhängig sein".



Credits



Auftraggeber: Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend



Agentur: Headquarter Wien (Innsbruck) - www.hqu.at



Kundenberatung: Maria Hämmerle



Art Direction: Martina Roth, Christoph Janauschek



Produktion: Film Consult, Mag.phil.Dr.iur. Thomas Feldkircher



Regie: Harald Pokieser



Kamera: Peter Kasperak



Musik: Andi Baum



Schauspieler: Günter Bubbnik



Schauspielerin: Daniela Nitsch
Sprecherin: Gabriele Haring



Media: Media Select



Die Studie (Auszug APA-OTS-Aussendung vom 21.12.2009)



"Der österreichische Teil der europaweit durchgeführten GGS-Studie ("Generations and Gender Survey")wurde vom Vienna Institute of Demography (VID) der ÖsterreichischenAkademie der Wissenschaften und dem Österreichischen Institut fürFamilienforschung (ÖIF) der Universität Wien gemeinsam geplant undvorbereitet. Die Befragung selbst wurde von der Statistik Austriadurchgeführt. Die ersten Ergebnisse wurden von VID und ÖIF gemeinsamerarbeitet und werden nun erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.



Kinderwunsch der Österreicherinnen und Österreicher



Wie viele Kinder wünschen sich die Österreicherinnen und Österreicher? Geht man nach der im GGS angegebenen Zahl, so ist der Kinderwunsch der Befragten überraschend hoch und liegt bei Frauen bei knapp zwei Kindern. Diese Zahl errechnet sich aus den bereits geborenen und den noch gewünschten Kindern. Unter den befragten Männern zwischen 35 und 45 Jahren liegt die durchschnittlich gewünschte Kinderzahl noch über jener der Frauen, jüngere Männer hingegen möchten tendenziell weniger Kinder als gleichaltrige Frauen.



Sowohl Frauen wie Männer zeigen eine sehr starke Ausrichtung auf das Modell der Zwei-Kind-Familie, vor allem in jüngeren Jahren, in denen 60 Prozent der GGS-Befragten den Wunsch nach zwei Kindern angeben. Vergleichsweise wenige Befragte planen dagegen größere Familien: Knapp ein Viertel der Männer und Frauen will drei oder mehr Kinder. Die während der letzten 30 Jahre in Österreich beobachteten niedrigen Fruchtbarkeitszahlen haben anscheinend keine Auswirkungen auf die vorherrschende Norm der Zwei-Kind-Familie, die hierzulande bei Männern und Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter weiterhin fest verankert ist.



Kinderwunsch: Österreich in internationalen Vergleich



Ein Vergleich zu Frankreich, dessen Fertilitätsrate nur knapp unter dem Reproduktionsniveau liegt, lässt erkennen, dass vor allem der vergleichsweise hohe  Kinderwunsch von Personen, die bereits Kinder haben, den entscheidenden Unterschied zu Ländern mit geringer Fertilität ausmachen: Französinnen mit einem Kind möchten durchschnittlich noch 1,6 Kinder (Österreich 0,7), Französinnen mit zwei Kindern nach wie vor 1,4 (Österreich 0,2). Der internationale Vergleich lässt auch erkennen, dass in Österreich die subjektive Realisierungserwartung des Kinderwunschs weit geringer ausfällt als in Frankreich aber auch in Deutschland.



Kinderlosigkeit: gewollt und nicht gewollt



In Österreich werden etwa 20 Prozent der heute 40-jährigen Frauen kinderlos bleiben. Ist diese relativ hohe Kinderlosigkeit in Österreich gewollt? Laut aktuellen GGS-Daten bleibt rund ein Zehntel der Frauen mehr oder minder aus eigener Entscheidung kinderlos, ein weiteres Zehntel wächst in die Kinderlosigkeit hinein, ohne es so gewollt zu haben - infolge von konkurrierenden Verpflichtungen und Interessen, ungünstigen Lebensumständen, dem Fehlen eines passenden Partners und häufig auch von Unfruchtbarkeit, die sich aus dem zu langen Aufschieben des Kinderwunsches ergeben hat.



Zwei interessante Beobachtungen ergeben sich im Zuge der Analysen von Kinderlosen im aktuellen GGS-Datensatz für Österreich. Erstens erwarten wesentlich weniger Männer als Frauen, kinderlos zu bleiben. Zweitens stehen viele Befragte im "Wettlauf gegen die Zeit". In der Gruppe der 40 bis 45-Jährigen, in der etwa die Hälfte aller Frauenkein Kind mehr bekommen kann, bekunden fast 30 Prozent der kinderlosen Frauen und sogar 60 Prozent der kinderlosen Männer die Absicht, in Zukunft ein Kind haben zu wollen. Vor allem bei den Frauen über 40 besteht eine geringe Wahrscheinlichkeit, dass sich ihre Absichten auch verwirklichen lassen, ihre Kinderlosigkeit wird unfreiwillig sein.



Informationen zum Download: www.ggp-austria.at."(Zitat Ende)
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