Corona-Hilfe: Kreativbranche fordert Nachbess...
 
Corona-Hilfe

Kreativbranche fordert Nachbesserung bei Staatshilfen

Heidi Pein
Viele CCA-Mitglieder versuchen, ihre Mitarbeiter mittels Kurzarbeit zu halten.
Viele CCA-Mitglieder versuchen, ihre Mitarbeiter mittels Kurzarbeit zu halten.

Der Creativ Club Austria begrüßt zwar die Corona-Wirtschaftspakete der Bundesregierung und noch sieht er die Stimmung in der Werbeindustrie überwiegend positiv. Dennoch ortet er viele offene Baustellen.

CCA-Geschäftsführer Reinhard Schwarzinger betont, es sei schön zu sehen, wie agil die Kreativindustrie mit dieser Ausnahmesituation umgehe. Noch scheine die Stimmung in der Branche überwiegend positiv zu sein. Die COVID-19-Maßnahmen würden die Auftraggeber-Agentur-Beziehung sogar vertiefen, ist er überzeugt. „Wirtschaftliche Auswirkungen sind jedoch die große Frage und Ungewissheit, die Unternehmen aller Größen sowie die zahlreichen Freelancer und EPUs beschäftigen und dringend gelöst werden müssen“.


Zahlreiche Agenturen setzen auf Kurzarbeit, um nachfragebedingte Auslastungsrückgänge zu überbrücken und Arbeitsplätze für die Recovery-Phase zu sichern. „Als Flaschenhals bei den Garantieübernahmen durch das Austria Wirtschaftsservice zeigen sich die Banken, die zusätzliche Sicherheiten und Businesspläne für das nächste Halbjahr fordern“, heißt es nun seitens des CCA.

'Kommt zur Vernunft'

Der Salzburger Agenturinhaber Christian Salić richtet einen Appell an die Finanzdienstleister: „Kommt zur Vernunft, liebe Banken: Wir haben euch 2009 mit Steuergeld gerettet, jetzt ist es an der Zeit, etwas davon der Wirtschaft zurückzugeben“. Man werde versuchen, alle Mitarbeiter zu halten, doch ob das gelinge, sei fraglich. Kurzarbeit sei zu bürokratisch und der mit einer Milliarde Euro dotierte Topf für KMUs sei „ein Witz“, kritisiert hingegen Franz Riebenbauer, der mit seinem Studio in Wien, Berlin und San Francisco tätig ist, wo er auch bereits die ersten Auswirkungen von COVID-19 zu spüren bekommt. Den EPUs und kleinen KMUs sei mit dem Nothilfe-Paket bei weitem nicht geholfen. „Hier muss nachgebessert werden“, stößt der Tiroler Agenturchef Tom Jank ins gleiche Horn.

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