CCA-Venus-Awards Gewinner: 'Außergewöhnlich u...
 
CCA-Venus-Awards Gewinner

'Außergewöhnlich und manchmal auch radikal'

Florian Voggeneder
Gleich über sechs CCA-Venus-Awards durften sich Kira Schinko und Wolfgang Ortner freuen, die beruflich nun dort sind, wo sie immer sein wollten.
Gleich über sechs CCA-Venus-Awards durften sich Kira Schinko und Wolfgang Ortner freuen, die beruflich nun dort sind, wo sie immer sein wollten.

OrtnerSchinko setzen auf qualitatives und einzigartiges Design. Wie die beiden Kreativen aus Linz ticken und wofür sie brennen.

Das Linzer Designstudio OrtnerSchinko wurde bei den CCA-Venus-Awards mit einem wahren Gold- und Silberregen ausgezeichnet: zweimal Gold, einmal Silber und dreimal Bronze – als damit erfolgreichstes Grafikdesignstudio. Dahinter steckt einiges an Aufwand, wie Kira Schinko und Wolfgang Ortner gegenüber HORIZONT skizzieren. Gerade bei Wettbewerben müsse so viel zusammenpassen: Aufgabe, Team, Kapazität, Idee, Verfahren und auch die Jury. „Sicher reicht man ein, um bestenfalls zu gewinnen und ja, in den meisten Fällen spürt man das schon gleich nach der Präsentation, ob es einem gelungen ist“, erklären die beiden. In jedem Fall stecke das Designstudio für seine Kunden „unglaublich viel Zeit in so einen Pitch, oft 160 bis 200 Stunden pro Wettbewerb, die neben den Tagesjobs on top kommen. Gleichwohl entstanden sicher 50 Prozent unserer prämierten Arbeiten beim CCA nicht aus wettbewerbsbedingten Kundenkontakten, sondern als Direktvergaben an unser Studio.“

Von Linz aus in die weite Welt

OrtnerSchinko agieren unter anderem für Kunden in Hongkong und in London – von Linz aus mit Vorzügen und Abständen: „In erster Linie können wir sehr ruhig und konzentriert von Linz weg arbeiten, die Stadt kostet uns wenig Energie. Wir leben gerne hier. Es ist eine super übersichtliche Stadt, und wir kommen gerne immer wieder hierher zurück.“ Um allerdings Inspiration zu bekommen, verlassen die zwei „häufig die Stadt“. Nicht zuletzt deswegen haben Schinko und Ortner seit zwei Jahren eine Viertagewoche. Schließlich könne man nicht immer nur Output liefern, man müsse das Hirn auch füttern.

„Wir durften allen möglichen Einladungen bis nach unter anderem New York, Moskau, Lima schon folgen, nicht zuletzt weil wir unser Design eher in einem internationalen Markt ausrichten.“ Ihr Portfolio nennen die beiden Kreativen „wunderschön abwechslungsreich“. Betreut werden Kunden aus den Bereichen Architektur, Kunst, Kultur, Interieurdesign, Mode, Kulinarik, Hotellerie und Musik. „Wir haben uns in den letzten fünf Jahren immer weiter spezialisiert, immer enger positioniert.“

Vorsprung durch Visuelles

Auch beschäftige man sich mit der Entwicklung und Gestaltung von Corporate-Design, Branding und Kunst und eigenen oder gemeinsam initiierten Publikationen. Und: „Jetzt im fünften Jahr sind wir da, wo wir immer sein wollten,“ so Ortner. Was sich im letzten Jahr gezeigt habe, ist, dass „wir generell immer mehr die Kunden ansprechen, die wir uns seit Beginn der Selbstständigkeit wünschen: Kunden, die verstehen, welchen Wert gute und zeitgenössische Gestaltung mit sich bringt; Menschen, die in ihrem visuellen Auftritt, in ihrer visuellen Identität, auch einen klaren Wettbewerbsvorsprung sehen. Unsere Kunden wollen außergewöhnlich, einzigartig und manchmal auch radikaler auftreten,“ so Schinko. Dabei verstehen sie Corporate-Design und Branding nicht als Nische, „es sind die wichtigsten Leistungen, die ein Studio anbieten kann“. Hier liege der Unterschied zu Werbeagenturen und Kampagnen: „Wir beschäftigen uns in der Tiefe mit Entwicklungen, die weit länger als zehn Jahre halten dürfen oder sollen.“
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