BZÖ-Wahlvideo von Kinos abgelehnt
 

BZÖ-Wahlvideo von Kinos abgelehnt

cinecom: "Befreiungsspots" von Kinobetreibern zurückgewiesen - Reißerisches Video ruft Kärntner auf, für BZÖ zu wählen - BZÖ ist "fassungslos und empört"

Ein Wahlwerbespot des BZÖ für Kärnten darf nicht in den dortigen Kinos laufen. Das bestätigte der Geschäftsführer des Kinovermarkters cinecom, Michael Kindermann, auf Anfrage von HORIZONT online. Über die Gründe wollte er nichts sagen, da es den Kinobetreibern offen stehe, das selbst zu kommunizieren.

Üblicher Vorgang

Grundsätzlich sei es bei Kampagnen politischer Parteien üblich, "dass wir vorbehaltlich der Genehmigung der Kinobetreiber die Spots annehmen", schilderte Kindermann. "In der Regel sind die völlig bedenkenlos. In ganz, ganz seltenen Fällen müssen wir die Schaltung ablehnen, weil die Kinobetreiber sagen: 'Den Spot kann ich nicht zeigen'."

Im konkreten Fall sei der Werbefilm (siehe Videofenster oben), bei dem martialisch das Aus von Diktatoren oder die Abwahl von US-Präsident George W. Bush mit der Kärntner Regierung verglichen wird, am Dienstagvormittag eingereicht worden. "Am Abend hatten wir bereits die negative Rückmeldung." Kindermann erklärte, dass die Angelegenheit von der cinecom auch an den Werberat weitergeleitet worden sei.

BZÖ sauer, Cineplexx: "menschenverachtend"

BZÖ-Spitzenkandidat Josef Bucher zeigte sich in einer Aussendung "fassungslos und empört" über die seiner Ansicht nach "antidemokratischen Zensur-Versuche". Er sieht eine "schwer bedenkliche Einschränkung der Meinungsfreiheit". Kinobetreiber Cineplexx wiederum führte in einer Aussendung als Grund an, "dass die Geschäftsleitung der Kinogruppe den betreffenden Spot als verhetzend und menschenverachtend empfindet". Politischen Hintergrund gebe es keinen.

Youtube-Hit

Die kalkulierte Provokation geht auch ohne Unterstützung der Kinobetreiber auf: Am Youtube-Portal des BZÖ wurde der Film bereits über 50.000 mal abgerufen. In dem Clip werden Kärntens Landeshauptmann Gerhard Dörfler (FPK) und die Brüder Scheuch zu martialischer Musik in eine Reihe mit Diktatoren wie Hosni Mubarak, Nicolae Ceausescu oder Slobodan Milosevic gestellt.

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