BP-Wahlkampf: Van der Bellen wittert "Negativ...
 

BP-Wahlkampf: Van der Bellen wittert "Negativ-Kampagne"

Flickr/Franz Johann Morgenbesser
Alexander Van der Bellen fühlt sich einer Negativ-Kampagne ausgesetzt.
Alexander Van der Bellen fühlt sich einer Negativ-Kampagne ausgesetzt.

Der grün/unabhängige Kandidat hat sich in einem Offenen Brief an den SPÖ-Kandidaten Rudolf Hundstorfer gewandt





Die Wahl des Bundespräsidenten findet zwar erst am 24. April statt, die Kampagnen der Bewerber laufen allerdings schon auf Hochtouren. Für die Werbewirtschaft ist in diesem Wahlkampf wieder ein ordentliches Plus an Mehreinnahmen drin (HORIZONT berichtete). Auf eine Kostenbeschränkung konnten sich die Kandidaten im Rahmen ihres Fairnessabkommens allerdings nicht einigen. Und genau dieses Abkommen, auf das sich SPÖ, ÖVP, Grüne und die unabhängige Kandidatin Irmgard Griss geeinigt haben, sorgt nun für Aufregung.

In dem Abkommen einigten sich die Kandidaten nämlich unter anderem darauf, "in ihren Aktivitäten persönliche Angriffe, Diffamierungen, ehrenrührige Behauptungen, persönliche Herabsetzungen" zu unterlassen. Der grün/unabhängige Präsidentschafts-Bewerber Alexander van der Bellen wirft dem SPÖ-Kandidaten Rudolf Hundstorfer nun vor, genau dagegen zu verstoßen und hat ihm deshalb einen Offenen Brief geschrieben. 

"Es geht nur darum, Mitbewerber abzuwerten"



Van der Bellen schreibt, dass er auf ein Flugblatt des SPÖ-Pressedienstes hingewiesen wurde. "In diesem geht es ausschließlich darum, einen Mitbewerber um des Amt des Bundespräsidenten - im konkreten Fall mich, aber es könnte genauso gut gegen andere Kandidatinnen oder Kandidaten gerichtet sein - abzuwerten und ihm die Eignung als Bundespräsident abzusprechen." Zusätzlich kämen "beinahe tägliche Negativ-Aussendungen aus der SPÖ-Zentrale" hinzu. Diese hätten ausschließlich das Ziel, andere Kandidaten in ein schiefes Licht zu rücken.

Es seien, sagt Van der Bellen, genau solche "Negativ-Kampagnen", die Millionen Österreicher an der Politik stören würde. "Leider wird dieser Stil auch von der aktuellen Bundesregierung immer wieder praktiziert. Wir aber haben uns im Fairnessabkommen dazu verpflichtet, unsere persönliche Verantwortung wahrzunehmen und genau diesen Negativ- und Unterstellungsstil gegen Andere in der Wahlbewegung für die Bundespräsidentschaftswahl zu unterlassen."

Hundstorfer wird nicht antworten



Van der Bellen, der das SPÖ-Vorgehen "in klarem Widerspruch" zum Fairnessabkommen sieht, hat Hundstorfer daher fünf Fragen gestellt. "Haben Sie das Flugblatt angeordnet bzw. waren Sie darüber informiert? Sind die persönlichen Diffamierungen aus der SPÖ-Parteizentrale mit Ihnen abgesprochen? Werden Sie dafür sorgen, dass die Flugblätter eingezogen werden? Werden Sie diese unsachliche Abwertung von Mitbewerbern zukünftig unterbinden? Stehen Sie noch zum Fairnessabkommen?"

Auf eine Antwort kann Van der Bellen wohl nicht hoffen. Das Team von Hundstorfer ließ bereits verlauten, dass er den Offenen Brief nicht beantworten wird, aber für ein persönliches Treffen zur Verfügung stehe. SPÖ-Bundesgeschäftsführer Gerhard Schmid sprach in einer Aussendung von "persönlichen Befindlichkeiten" Van der Bellens.

Print-Sichtbarkeit: Van der Bellen und Griss sehr präsent



Warum Rudolf Hundstorfer offenbar inzwischen einen harten Wahlkampf führt, zeigt auch eine Analyse von Meta Communications. Demnach kommen in der Print-Berichterstattung Alexander Van der Bellen und Irmgard Griss mit jeweils 19 Prozent auf die höchste Sichtbarkeit. Es folgen Andreas Khol (18 Prozent) und Richard Lugner (17 Prozent), der vor allem in Boulevardmedien ein gern abgedrucktes Gesicht ist. Hundstorfer (14 Prozent) und Norbert Hofer (13 Prozent) liegen schon etwas abgeschlagen auf den letzten zwei Rängen. 

Auch im Bereich Social Media hat Hundstorfer Aufholbedarf. Seit dem 1. Jänner wurden insgesamt mehr als 32.000 Äußerungen zu den Kandidaten erfasst, Van der Bellen (27 Prozent) und Richard Lugner (24 Prozent) sind am stärksten präsent, Andreas Khol (13 Prozent) und Rudolf Hundstorfer (10 Prozent) verfügen nur über eine geringe Sichtbarkeit in Social Media.
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