Austria Event Pool: Eventbranche mobilisiert ...
 
Austria Event Pool

Eventbranche mobilisiert sich und schlägt Bundesregierung "Ausfallshaftungsfonds" vor

AEP
Erik Kastner, Gründer des AEP
Erik Kastner, Gründer des AEP

Der Austria Event Pool (AEP), der im Mai 2020 als interdisziplinäres Sprachrohr für die gesamte Veranstaltungsbranche gegründet wurde, schlägt Alarm.

Aktuell ist keine Planung von Veranstaltungen für 2020 und 2021 möglich. "Nach Abstimmung mit einer großen und breiten Mehrheit innerhalb unserer sehr heterogenen Veranstaltungsbranche", wie es in einer Aussendung heißt, hat der Austria Event Pool eine Grundkonzeption für ein "Zukunftsszenario" für den Fortbestand von Unternehmen und der Sicherung von Arbeitsplätzen entworfen. Die zurzeit gesetzten Maßnahmen greifen demnach zu kurz.

Das Event Marketing Board Österreich (EMBA) erarbeitete bereits eine Art "Ausfallshaftungsfonds" oder auch "Schutzschirm" für die Vorbereitung von Veranstaltungen. Diese Grundidee greift der Austria Event Pool nun auf, mit dem Ziel die Event-Branche samt ihrer Wertschöpfungskette und den dabei beteiligten Unternehmen am Leben sowie in Arbeit zu erhalten. Bei den bisher durch die Regierung gesetzten Maßnahmen, sieht der Austria Event Pool folgende Schwächen:

- "Kurzarbeit hilft zurzeit: bei null Aufträgen wird sich die Branche auch die Kosten der Kurzarbeit nicht mehr leisten können
- Investitionen sind aktuell in der Event-Branche keine Möglichkeit
- Mehrwertsteuersenkungen haben in der B2B-Event-Branche keinen Effekt
- Verlustrückträge sind gut, aber nicht ausreichend
- Kredithaftungen helfen nur temporär: Kredite müssen zurückverdient werden können
- Fixkostenzuschuss (auch 100 Prozent) ist nur für eine Überbrückung, da zeitlich nach wie vor begrenzt, aufwändig und kompliziert"

So erklärt der Austria Event Pool die Maßnahmen:

"Der Staat haftet mit einem Fonds für die Vorarbeiten für Veranstaltungen, Kongressen, Messen, etc. Das erscheint im ersten Moment als überzogene Forderung, stellt sich jedoch in der Handhabung sowie in der Umsetzung und im zu erzielenden Erfolg sehr einfach dar.

Momentan sind Kundengespräche im In- und Ausland, um einen Auftraggeber für z.B. einen Kongress oder eine Tagung in Österreich zu finden, relativ einfach zu beschreiben. Telefon-Akquisitions-Gespräche laufen ungefähr so: "Danke lieber „Herr Agenturleiter“ für Ihr Interesse. Ja, wir hätten schon Veranstaltungen in der nächsten Zeit, jedoch ist die Unsicherheit der Geschäftsleitung zu groß um Geld in die Vorbereitung einer Veranstaltung zu investieren, die vielleicht letzten Endes doch aufgrund von COVID-19 abgesagt werden muss. Rufen Sie mich bitte Mitte des nächsten Jahres wieder an, dann reden wir über 2022". Das ist die Realität!

Um gegen diese Aussagen anzukommen fehlen leider zurzeit jegliche Argumente, deshalb fordert die Veranstaltungsbranche einen „Ausfallshaftungsfonds“. Dann wäre es nämlich so, dass das Argument (wie im oben genannten Telefongespräch angeführt) zerstreut werden könnte. Die Planung für 2021 könnte sofort aufgenommen und noch dieses Jahr die Mitarbeiter wieder eingesetzt werden. Dabei zählt kein Argument der momentanen Entwicklung der Infektionszahlen – dabei geht es ausschließlich um die Zukunft!

Weltweit der erste und einzige Staat zu sein, der so etwas anbietet, kann auch internationale Auftraggeber nach Österreich bringen. „Imagemäßig wäre es ein langfristiges Argument, etwas für unsere Kunden getan zu haben. Ein sensationeller Werbeeffekt, der so schnell nicht wiederkommen würde“, ist Kastner überzeugt.  Spanien (Kanarische Inseln) hat bereits einen Vorstoß unternommen und Einzelreisende abgesichert: Wenn eine COVID-19 Ansteckung im Zuge der Reise erfolgt, werden bestimmte Kosten übernommen.

Die Kosten sind errechenbar und betragen nach Hochrechnung pro Quartal max. ca. 250 Mio. Euro. Eine Deckelung ist natürlich möglich.

Kongresse, Messen und Tagungen, die vielleicht in einem anderen Land geplant wären, hätten plötzlich die Möglichkeit nach Österreich transferiert zu werden, da das Angebot der Ausfalls-haftung im Falle durch ein COVID-19 Storno alle Kosten bis zur Absage übernehmen würde. Das ist für jeden Veranstalter im In- und Ausland ein schlagendes Argument. Eine weitere Bedingung könnte sein, dass die Veranstaltung als "Green Congress", "Green Event", "Green Meeting" oder als "Green Exhibition" deklariert sein muss."


"Wenn wir das nicht schaffen, ist wahrscheinlich auch das Jahr 2021 für die gesamte Veranstaltungs-branche ein weiteres Jahr ohne Veranstaltungen und somit ist eine Konkurswelle sicher! Die gesamte Eventbranche und die in der Wertschöpfungskette angeschlossenen Betriebe brauchen Perspektiven", so AEP-Gründer Erik Kastner.

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