,Aus eup wird EPU‘
 

,Aus eup wird EPU‘

Interview: Dietmar Ecker verkauft seine Anteile an Österreichs zweitgrößer PR-Agentur an seine Partner Nicole Bäck und Axel Zuschmann – mit HORIZONT spricht er über die Zukunft und die Kunst des Loslassen-Könnens

Dieses Interview erschien bereits am 3. Juli in der HORIZONT-Printausgabe 27/2015. Hier geht's zur Abo-Bestellung.

HORIZONT: Sie verkaufen mit 1. Juli Ihre Anteile an Österreichs zweitgrößter PR-Agentur, eup, vormals Ecker & Partner. Warum eigentlich und ­warum gerade jetzt?

Dietmar Ecker: Der Aufbau dieser Agentur war für mich ein zutiefst leidenschaftliches Projekt. Wir haben es zur größten eigentümergeführten Agentur des Landes geschafft. Und so wie dieses Jahr bislang gelaufen ist, gehe ich davon aus, dass wir im nächsten Bestseller-Ranking der PR-Agenturen Grayling überholt haben und die Nummer eins sein werden. Diese Agentur zu führen, wurde für mich in der jüngeren Vergangenheit immer mehr zur Routine, und daher war es für mich ein guter Zeitpunkt, loszulassen. Die Agentur ist mit Axel Zuschmann und Nicole Bäck an der Spitze, die bereits seit zwei Jahren mit mir in der Geschäftsführung und an der Agentur beteiligt waren, großartig aufgestellt. Dazu kommt, dass die Talsohle der PR-Branche offensichtlich durchschritten ist und der Ausblick auf Wachstum gegeben ist. Es ist ­einfach der richtige Zeitpunkt.

HORIZONT: Was meinen Sie konkret mit Talsohle?

Ecker: Das selbstzerstörerische Dumping in der PR-Branche hat viele Agenturen weggeräumt. Die Branche hat sich konsolidiert, es sind viele gute Agenturen unterwegs, von ­denen eup natürlich die beste ist. (lacht) Die vergangenen Jahre waren brutal hart, da hätte ich mir schwer getan, die Agentur zu übergeben. Heute mache ich das mit gutem ­Gewissen.

HORIZONT: Was werden Sie in Zukunft machen?

Ecker: Der Wechsel ist kein großer, eigentlich. Aus eup wird EPU. Ich werde also alleine Projekte umsetzen, zum Teil auch mit meiner Frau (Anmerkung: Alexandra Suess) und ihrer Agentur tufelixmedia.

HORIZONT: Was für Projekte?

Ecker: Zum Beispiel sind wir von ­einer US-amerikanischen Universität beauftragt, eine Europa-Universität aufzubauen. Das ist ein hochkomplexes und spannendes Projekt, für das wir nun zwei Jahre Zeit haben. Ebenso der Aufbau eines wirtschaftspolitischen Forschungszentrums in Wien.

HORIZONT: Und worum soll es da genau gehen?

Ecker: Darüber kann ich leider noch nicht im Detail sprechen. Aber unser Plan ist, dass es im kommenden Jahr bereits losgeht. Die Arbeit verläuft sehr vielversprechend, im Herbst kann ich sicher mehr erzählen. Das alles macht mir ungeheuren Spaß und natürlich werde ich auch einige eup-Kunden weiter loyal betreuen. Nebenbei habe ich ja einen zehn ­Hektar großen Hof, den ich selber bewirtschafte. Also fad wird mir nicht.

HORIZONT: Unternehmensgründer tun sich oft schwer, ihr Lebenswerk loszulassen. Wie ging es Ihnen dabei?

Ecker: Es war auch für mich nicht einfach. Man hängt an dem, was man aufgebaut hat. Aber es gibt einfach einen Zeitpunkt, wo man sagen muss: Es ist zu viel Routine dabei und auch das Unternehmen braucht frischen Wind. Ich bin da selbst sehr konsequent, letztlich ist es ja ein ganz natürlicher Prozess. Meine Zukunft ist nicht, eine neue Agentur aufzubauen, die dann eup Konkurrenz macht, sondern eigene Projekte umzusetzen und der Agentur loyal verbunden zu bleiben – solange die das auch wollen.

HORIZONT: Ihre politische Heimat die SPÖ ist derzeit latent im Umbruch. Zieht es Sie womöglich zurück in die Politik?

Ecker: Ich bin ein politischer Mensch, sehne mich aber nicht nach partei­politischem Engagement.
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