Aufregung um Regierungsinserate
 

Aufregung um Regierungsinserate

Opposition schäumt über Anzeigen der Koalition - jetzt folgt Kritik der ÖVP am Regierungspartner.

Stein des Anstoßes sind großflächige Einschaltungen in heimischen Printmedien, in denen im Namen des Bundeskanzleramts die Krisenkompetenz der Regierung beworben wird. Es handle sich dabei aber um keine groß angelegte Kampagne, sondern "ganz normale Öffentlichkeitsarbeit der Regierung", teilte das Büro von Bundeskanzler Werner Faymann diese Woche auf APA-Anfrage mit. Man werde diese "ganz normalen Inserate" auch in den nächsten Wochen schalten. Plakate oder andere Werbeträger kämen nicht zum Einsatz.







Die aktuelle Regierungswerbung stößt der Opposition sauer auf. Die FPÖ schimpfte am Donnerstag über einen "widerlichen Griff in die Taschen der Steuerzahler", das BZÖ sieht das Geld zum Fenster hinausgeschmissen, und die Grünen mokierten sich über eine verzichtbare "Selbstbeweihräucherungswelle".




Aber auch die ÖVP ist überhaupt nicht glücklich mit der Inseraten-Serie. "Das ist mit uns weder abgesprochen, noch wurden wir informiert", kritisiert ein Sprecher von Vizekanzler und Finanzminister Josef Pröll. Die Darstellung aus dem Büro von Bundeskanzler Werner Faymann, es handle sich um Öffentlichkeitsarbeit der Bundesregierung, teilt man nicht: "Offensichtlich ist das eine Kampagne des Bundeskanzleramts und einiger sozialdemokratisch geführter Ressorts."





Vonseiten Prölls, der im Juni die Absage der eigentlich für Herbst geplanten Regierungskampagne mitgeteilt hatte, sieht man durch die Anzeigenserie die SPÖ zudem von ihrem damaligen "Zugeständnis" abrücken. Die mit fünf Millionen Euro anberaumte Werbeoffensive im Herbst war ja mit dem Argument, das Geld lieber für den "Hochwasserschutz" einsetzen zu wollen, abgesagt worden. Werner Faymann hatte sich einverstanden erklärt. Kritik kam in der Folge von Verlegern und Werbern.
Laut ÖVP gelte nach wie vor: "Es gibt möglicherweise andere Dinge, für die man das Geld derzeit einsetzen könnte." Aber die Ausgaben müsse eben "jeder verantworten, der sie tätigt".








(Quelle: APA)
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