Amazons Alexa-Spot als Super-Bowl-Gewinner
 

Amazons Alexa-Spot als Super-Bowl-Gewinner

Amazon/Lucky Generals
Anthony Hopkins persiflierte seine Rolle aus "Schweigen der Lämmer" für Amazons sprachlose Alexa.
Anthony Hopkins persiflierte seine Rolle aus "Schweigen der Lämmer" für Amazons sprachlose Alexa.

Geht es nach dem Echo im Internet, kann der Spot der Agentur Lucky Generals für Amazons Digitalassistent Alexa als Gewinner des Super-Bowl-Werbeblocks gelten - mit dem bewährten Rezept: Promis und Humor.

Das Portal ispot.tv hat die Reaktion im Internet auf die Spots des US-Football-Finales am Spieltag gemessen. Demnach hatten die Zuseher am meisten Lust, den Spot "Alexa verliert ihre Stimme" nach der Ausstrahlung im TV noch einmal zu sehen. Der Spot bietet Promis von Koch Gordon Ramsay bis Schauspieler Anthony Hopkins - und Amazon-Chef Jeff Bezos - auf, die als Ersatz für den Sprachassistenten Alexa einspringen, der in dem Spot unter fiktiver Heiserkeit leidet. Naheliegenderweise soll der Spot zeigen, dass Alexa auch dem Promi-Ersatz um Längen voraus ist: Ramsay flucht über Rezeptanfragen, Hopkins behandelt Aufträge zum Anrufen von Freunden in "Schweigen der Lämmer"-Manier, andere US-Promis versagen ebenso bei den ihnen gestellten Anfragen.

Der Spot hat damit das bewährte Rezept von bekannten Persönlichkeiten und Humor offenbar am erfolgreichsten umgesetzt. Ähnlich oft angeklickt, geteilt und im Web kommentiert wurde nur der Spot, in dem die Schauspieler Morgan Freeman und Peter Dinklage für Doritos und Mountain Dew (Pepsi) im Playback rappen. Andere Spots mit prominenter Beteiligung, etwa Danny DeVito für M&Ms und Cindy Crawford ebenfalls für Pepsi, konnten nicht mithalten.

Aufreger und Branchenfavoriten

Ihren Aufreger haben die Super-Bowl-Spots ebenso: Fiat Chrysler bewarb seine Marke Jeep vor dem Hintergrund einer Rede von Martin Luther King, die auf den Tag genau 50 Jahre vor dem Spieltag gehalten wurde. Das Martin-Luther-King-Institut protestierte ebenso wie Tausende andere. Fiat Chrysler ist zudem in einer anderen Kategorie auf dem Spitzenplatz: Mit 240 Werbesekunden und damit rund 24 Millionen Dollar Kosten allein für die Schaltung ihrer Spots investierte kein anderes Unternehmen so viel für die heuer angeblich restlos ausverkauften Super-Bowl-Werbeblöcke.

Geht es nach den Reaktionen im Netz, hatten Werber und Branchenplattformen heuer mit einem Spot von Saatchi & Saatchi für die Waschmittelmarke Tide ihren eigenen Favoriten. Darin werden im Eiltempo verschiedene Werbesujets - von Autowerbung über Bierspots bis hin zur Versicherung - klischeehaft durchdekliniert, die sich doch "nur" als Waschmittelwerbung entpuppen. Die Strategie der Platzierung der Spots tat das Übrige zur Effizienz: Noch zwei weitere Male während des Spiels reichten Kurzspots, die sich nach ein paar Sekunden als getarnte "Tide"-Spots entpuppten, um den Effekt zu maximieren.

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