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Personalia

Dentsu Aegis und Andreas Weiss gehen getrennte Wege

Sebastian Reich / HORIZONT.
Andreas Weiss (re.), hier im HORIZONT-Interview im August, mit Thomas Le Thierry, CEO Dentsu Media EMEA.
Andreas Weiss (re.), hier im HORIZONT-Interview im August, mit Thomas Le Thierry, CEO Dentsu Media EMEA.

Die Mediaagentur und ihr Chef gehen in getrennte Wege, wie HORIZONT am Freitag exklusiv berichtete und die Agentur mittlerweile in einer Aussendung bestätigte.  

Am Freitag machte ein Gerücht die Runde durch die Branche: Demnach solle Andreas Weiss, CEO der Österreichsparte der Dentsu Aegis, das Unternehmen verlassen. Die Agentur gab auf HORIZONT-Anfrage keinen Kommentar dazu ab und verwies auf eine Aussendung, die kurz darauf publik gemacht wurde. Diese bestätigt, dass Weiss die Agenturgruppe "in bestem, beidseitigem Einvernehmen zugunsten neuer beruflicher Herausforderungen" verlasse. Weiss, der die Österreich-Geschäfte seit 2010 als CEO leitete, wird zu Ende des Jahres aus der Geschäftsführung ausscheiden. Die Leitung der Agenturgruppe übernimmt das bisherige Management-Team, unterstützt durch Georg Berzbach, CEO Media dentsu DACH. Weiss' Stelle wird nicht nachbesetzt.

Weiss betont stolz zu sein, "dass dentsu in meiner Ära zu einem der bedeutendsten und anerkanntesten Player am Markt hier gewachsen ist und sich die Ergebnisse hervorragend entwickelt haben, selbst im schwierigen heurigen COVID-Jahr." Nun freue er sich aber auch auf neue Aufgaben. Ulrike Handel, CEO dentsu DACH & Deutschland: "Andreas hat dentsu und gleichzeitig auch die Agenturlandschaft in Österreich über viele Jahre maßgeblich geprägt. Er hat einen außerordentlichen Beitrag zum Erfolg unseres Unternehmens auf Landesebene und darüber hinaus geleistet und vor allem auch unter der one.dentsu-Ausrichtung das Geschäft unserer Kunden mit integrierten Leistungsangeboten nachhaltig unterstützt und vorangebracht."

Sparpläne im Konzern

Auch von Sparplänen und Stellenabbau war zu hören. Auf HORIZONT-Anfrage betont eine Sprecherin, dass DACH-Chefin Handel versicherte, dass vom weltweiten Sparprogramm keine Stellen in Österreich betroffen seien. Anfang Dezember hat die japanische Werbeholding für außerhalb des Heimatmarktes ein umfangreiches Restrukturierungs- und Sparprogramm angekündigt. Rund 6.000 Stellen sollen so gestrichen werden, das käme einer Reduktion um 12,5 Prozent gleich. Die Pläne sind gute 700 Millionen Euro schwer und umfassen auch eine Konsolidierung von mehr als 160 Marken auf nur noch sechs so genannte "Leadership Brands". Zeitrahmen: innerhalb der nächsten zwei Jahre. Gegenüber HORIZONT Deutschland reagierte der Konzern Anfang Dezember mit folgendem Statement für den DACH-Raum: "Die von Dentsu International genannte Prozentzahl stellt einen weltweiten Schnitt dar und spiegelt nicht die Entwicklungen in Deutschland und unserer DACH-Region wider. Auch wir überprüfen - und schon immer und kontinuierlich - unser Geschäft und nehmen Anpassungen vor, wenn und wo dies notwendig ist. Durch die Dynamik des Marktes und die veränderten Kundenbedürfnisse, arbeiten wir in unserem Transformationsprozess in Deutschland schon seit 2017 an der Optimierung unserer Strukturen und Prozesse und Aufstellung unserer Gruppe. Mit dem Zusammenschluss der DACH-Region in diesem Jahr stellen wir unsere Gruppe mit einem erweiterten Serviceportfolio auf."
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