Break Out: Pitch als Chance und Falle : 'Vern...
 
Break Out: Pitch als Chance und Falle

'Vernichtung der Wertschöpfung für Branche vermeiden'

Markus Wache
HORIZONT-Redakteurin Nora Halwax, Pitch-Berater Martin Weinand, FG-Werbung-Vertreterin Helena Luczynski, Jürgen Jonke (Bundesbeschaffung), Manuela Bruck (Österreichische Post) und IAA-Vizepräsident Sebastian Bayer, v.l.
HORIZONT-Redakteurin Nora Halwax, Pitch-Berater Martin Weinand, FG-Werbung-Vertreterin Helena Luczynski, Jürgen Jonke (Bundesbeschaffung), Manuela Bruck (Österreichische Post) und IAA-Vizepräsident Sebastian Bayer, v.l.

In der ersten Break-Out Session der Österreichischen Medientage 2021 geht es um das Thema Pitch als Chance und Falle. Der Pitch diene immer noch dazu, 'immer komplexere Aufgaben zu lösen' und die Herausforderung der 'Zielsetzung' einer Ausschreibung zu identifizieren.

Mit der ersten Break-Out Session, einem neu geschaffenen Format bei den Österreichischen Medientagen 2021, wird das Thema Pitch als Chance und Falle mit Experteninsights vertieft. Nora Halwax, HORIZONT Redaktion leitete die Diskussion, bei der Helena Luczynski, Vertreterin der Fachgruppe Werbung Wien und Texterin bei Frau Text, Manuela Bruck Leiterin der Unternehmenskommunikation bei der Österreichischen Post, Jürgen Jonke von der Bundesbeschaffung, zuständig für die strategische Bundesbeschaffung, Pitch-Berater Martin Weinand, Weinand Communications und Sebastian Bayer, Geschäftsführer der Werbeagentur VMLY&R und Vizepräsident der IAA.

Break Out Session: Pitch als Chance und Falle



Martin Weinand erzählt von einem kuriosen Erlebnis bei einem Pitch, bei dem die Vorstände eines großen, namhaften österreichischen Unternehmens, die Auswahl der Agentur über das Layout der Visitenkarte entschieden haben. "Das sind Kuriositäten, die bei einem Pitch vorkommen können", sagt Weinand. Allerdings sei dies auch eine "vergebene Chance für die Unternehmen selbst", und er mahnt: "wenn schon der Vorstand eingebunden werden muss, dann so, dass sie den geringstmöglichen Schaden anrichten."

Die Ausschreibung des Kreativ, Digital- und Mediaetat der Österreichischen Post entspreche der "unternehmensinternen Weiterentwicklung", sagt Manuela Bruck. Man habe versucht, den Aufwand am Anfang der Pitches nicht allzu groß zu halten, aus insgesamt 15 Bietergemeinschaften wurden 5 für die Präsentationsphase, zum Schluss wurde aus 3 Agenturen ausgewählt.

Helena Luczynski, Vertreterin der FG Werbung Wien und Texterin bei Frau Text, sieht stark den Bedarf der vordefinierten Ziele bei einer Ausschreibung: "Und bei der Lösung der immer komplexeren Aufgaben helfen spezialisierte Agenturen durch gute Ideen."

Welche Kriterien bei der IAA Quality Pitch Charta, die 2019 ins Leben gerufen wurde, die größten Hürden für die Branche darstellen, ortet Sebastian Bayer, Vizepräsident der IAA, mit der Findung der "richtigen Agentur ohne Wertschöpfungsvernichtung". Heißt: die Charta sollte in erster Linie dem Auftraggeber ermöglichen, mit Agenturen in den Austausch zu gehen. Und zwar mit einigen "wenigen", sonst artet das in "Speed-Dating" aus, und so könne man auch nicht den richtigen Partner finden. Er appelliert: "Es soll durch die Charta eine Wertschöpfungsvernichtung in der Branche vermieden werden.

Jürgen Jonke, Bundesbeschaffung sieht Selbstverpflichtungen, wie die Charta, und damit seine Rolle als "Übersetzer" bei der Frage: was will der Auftraggeber? Er finde die Charta und die Erweiterung dieser für öffentliche Ausschreibungen generell, "sehr gut", allerdings seien die formalen Anforderungen viel zu hoch. Er versuche auch den "Bogen so gut wie möglich zu einem Rahmen zu spannen, in dem sich die Kunden bewegen können." 

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