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18. November 2008

Der ORF und das "Super-Internet"

Nach Protesten gegen die Bemerkungen zum Internet von ORF-Programmdirektor Wolfgang Lorenz, wollen Web-Verteidiger den ORF vom "Super Internet" überzeugen.

Zahlreiche Proteste hat ORF-Programmdirektor Wolfgang Lorenz bei einer Diskussion in Graz mit seinen abschätzigen Aussagen zum Medium Internet provoziert. Um die Debatte auf eine "konstruktive Basis" zu stellen, geht am Dienstag die Website "Superinternet" online, so Daniel Erlacher vom Kunstfestival Elevate. Es sollen Ideen für eine bessere Nutzung des Mediums Internet durch den ORF gesammelt werden. Der ORF zeigt sich interessiert an der Initiative.

Mit seinen Statements bei der Grazer Podiumsdiskussion vor zehn Tagen sorgte Lorenz für Unmut unter den jungen, internetaffinen Zuhörern. Der Programmdirektor sprach dem Web gesellschaftliche Relevanz und der Jugend revolutionäres Potenzial ab. Die junge Generation übernehme keine politische Verantwortung, sondern "verkriecht sich viel lieber in die Anonymität der Parallelwelt Internet", so der Programmdirektor. Zahlreiche Reaktionen im Web waren die Folge. So riefen etwa die beiden Wiener Andreas Klinger und Richard Pyrker die Homepage- verzeihen Sie die Ausdrucksweise - "Scheiß Internet" ins Leben.

Hinter der neuen Website aus Graz stehen die Elevate-Veranstalter und der Studiengang "Journalismus und PR" an der FH Joanneum. "Wir wollen in der Diskussion weg vom 'Scheiß-Internet', hin zum "Super-Internet'", erklärte Erlacher am Montag die Intention hinter dem Projekt. Jeder kann online Vorschläge machen, wie der ORF das Medium Internet zukünftig besser nutzen könne. Die Ideen werden in Form eines sogenannten "Wiki" diskutiert und weiterbearbeitet. "Ziel ist aber nicht Hinhauen auf den ORF", betonte Erlacher. Vielmehr soll erreicht werden, dass der öffentlich-rechtliche Auftrag in Zukunft auch online erfüllt werde und dass junge Leute einen besseren Zugang haben.

Anfang des kommenden Jahres sollen die Ergebnisse zusammengefasst und mit den zuständigen ORF-Verantwortlichen in Wien diskutiert werden. Von ORF On-Geschäftsführer Karl Pachner und vom Public-Value-Beauftragten Klaus Unterberger gibt es eine schriftliche Zusage dafür. Zudem kann sich Pachner eine Evaluation der Zwischenergebnisse in Form eines Workshops vorstellen. Die Grazer Initiative wird auch eine Petition an den öffentlich-rechtlichen Rundfunk verfassen, so Erlacher, der überzeugt ist, dass sich nun das von Lorenz geforderte "politische Engagement der Internetgeneration" zeigen werde.



(Quelle: APA)


[Sarah Obernosterer]


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