„Welche Skills braucht der Mitarbeiter von morgen?“

Gastkommentar von Michael J. Kräftner, Gründer & CEO von CELUM.

Mit Ende 30 gehöre ich zur letzten Generationen der Nicht-Digital-Natives – und dennoch bin ich bereits in einer sehr digitalen Welt aufgewachsen. Zum Glück. C64, Amiga und PC1403 haben mein Aufwachsen begleitet. Als später Teenager kamen dann das Internet und die mobile Revolution. In diesem Umfeld habe ich 1999 als Student mein Unternehmen mit der Mission, die Arbeitswelt von morgen zu gestalten, gegründet.

Und um in dieser Welt entspannt und erfolgreich zu sein, braucht es „harte“ Skills: Einen kompetenten, kritischen Umgang mit Medien, Technologieverständnis und zumindest Coding-Grundlagenwissen – Programmieren ist heute wie eine lebende Fremdsprache zu betrachten und CELUM fördert das auch durch Schul- und Uni-Kooperationen.

Was es aber auch braucht, ist eine gewisse Grundhaltung. Neugierig. Agil. Ehrgeizig. Diese Begriffe prägen unser Selbstverständnis bei CELUM und das sind auch die Eigenschaften, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter brauchen. Heute schon und morgen noch mehr.

Agilität ist per Definition flexibles und darüber hinaus proaktives sowie antizipatives Handeln, um notwendige Veränderungen vorauszusehen und anzunehmen. In unserer Welt entstehen Unternehmen, Marken und Services oftmals innerhalb von Monaten. Das ist nur möglich, weil hier Menschen mit schneller Auffassungsgabe, Ehrgeiz und vor allem Agilität am Werk sind. Sich auf immer Neues einzustellen, das Neue aktiv mitzugestalten und auch bereit dazu zu sein, das eine oder andere Mal zu scheitern, wird die überragenden Mitarbeiter der Zukunft ausmachen.

In fast 20 Jahren als Unternehmer bin ich selbst oft genug im Kleinen oder Größeren gescheitert. Ich habe Dinge falsch, dann nochmal und schließlich gut gemacht. Was ich in dieser Zeit gelernt habe, will ich heute auch an junge Unternehmer weitergeben. Deshalb habe ich mit celianventures auch einen Corporate Incubator gegründet, der Start-ups und Spin Offs aus unserem eigenen Team nicht nur finanziell und technologisch, sondern auch mit Sparring und Coaching unter die Arme greift. Wir wollen Raum und Unterstützung geben, um auszuprobieren, um Stärken zu entwickeln und um auch Dinge unter kontrollierten Bedingungen falsch zu machen zu können.

Wir und alle, die heute noch Kinder sind, wachsen in einer sehr Fehler-feindlichen Gesellschaft auf. Und das, obwohl es doch auch immer schon heißt, dass man aus Fehlern lernt. In diesem Sinne: Wir sollten uns darüber freuen, ein Leben lang zu lernen. 

[Michael J. Kräftner]

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